Morschenich - Reger Andrang bei der Einwohnerversammlung in Morschenich

Reger Andrang bei der Einwohnerversammlung in Morschenich

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Die Zukunft wirft ihre Schatten voraus: Vera Müller von der Bezirksregierung zeigte mögliche Standorte für Neu-Morschenich. Foto: Hahn

Morschenich. Im Jahr 2014 oder 2015 wird es so weit sein: Dann gehen die Menschen aus dem 480-Seelen-Ort Morschenich auf die Reise, auf die Reise nach Neu-Morschenich - wenn alles nach Plan läuft. Das neue Zuhause wird wahrscheinlich an der Peripherie von Merzenich liegen.

Dies und noch mehr wurde bekannt bei der Einwohnerversammlung, auf der sich am Mittwochabend mehr als 500 Menschen drängten.

Merzenichs Bürgermeister Peter Harzheim, der mit Ortsvorsteher Johann Büttgen und Bauamtsleiter Thomas Lüssem anwesend war, zeigte sich „überrascht von der großen Anzahl - denn bei der Wahl des Bürgerbeirats war die Beteiligung lange nicht so groß”. Dieses Gremium begleitet auf kommunaler Ebene die Umsiedlung, die abgeschlossen sein soll, bevor 2024 die Bagger des Tagebaus Hambach das Dorf verschwinden lassen.

Die Gestaltung der Einwohnerversammlung lag indes bei Mitarbeitern der Bezirksregierung: Aufgabe von Dr. Dieter Porada, Vera Müller, Nicole Reiß und Hubert Brück ist es, den Wandel in und um das heutige Morschenich zu begleiten. Was sich in und um Morschenich tun wird, ist im Besonderen das Aufgabengebiet von Vera Müller. Sie stellte am Abend ihren Zuhörern den Ablauf des Verfahrens vor.

Weiteres Treffen am 20. August

Ergänzende Ausführungen steuerte Claudia Hillebrecht (RWE Power) bei. Nachdem der Braunkohle-Ausschuss am 24. Februar den ersten von drei auf einander folgenden Beschlüssen, die das Ende des heutigen Morschenich zur Folge haben werden, gefasst hat, laufen die Info-Veranstaltungen (die nächste wird am 20. August stattfinden) an - und damit auch die Bürgerbeteiligung, zu der im Spätsommer auch eine Befragung gehören wird.

Das Ziel der Bestrebungen seitens der Kölner Behörde umriss deren Vertreterin klipp und klar: „Es geht darum, die Dorfgemeinschaft zu erhalten.” Mehr noch: „Wir wollen deren Lebensfähigkeit bis kurz vor Abschluss der Umsiedlung sicherstellen”, sagte die Verwaltungsfrau. Ausführlich stellte sie den Gang des Verfahrens und die Voraussetzungen der Standortfindung für Neu-Morschenich dar. Dabei wurde deutlich: Auf Grund von gesetzlichen und damit politischen Vorgaben muss sich Neu-Morschenich an einen bestehenden Siedlungskern „anklammern”.

Bürgermeister Peter Harzheim bemühte sich deutlich, seinen Zuhörern dieses „Anklammern” schmackhaft zu machen: „Ein Standort in der Nähe von Merzenich ist doch die beste Lösung - dort kann man alles finden.” Die ruhig und dennoch nicht ohne Leidenschaft geführte Diskussion mit den Zuhörern zeigte, dass es dabei noch manche Bedenken zu überwinden gilt. Schützen, Sportler und andere Menschen: Alle wollen schließlich ihren Platz in Neu-Morschenich finden. Und schließlich ist da ja auch noch die Frage nach den Entschädigungen...
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