Düren - Reformationsjubiläum mit Frauenpower

Reformationsjubiläum mit Frauenpower

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Auch Katharina von Bora (l.), die Frau von Martin Luther, spielt bei der Reformation eine wichtige Rolle. Foto: dpa

Düren. An Martin Luther kommt in diesem Jahr wohl niemand vorbei. Er ist die Hauptfigur der Reformation, die sich zum 500. Mal jährt. Allerdings war Luther nicht allein für die reformatorische Bewegung verantwortlich. „Ohne Frauen hätte die Reformation nicht geklappt“, sagt Almuth Voß. Die Pfarrerin ist in Düren aufgewachsen und wurde in der Christuskirche konfirmiert.

Aus diesem Grund hat sie sich besonders über die Einladung gefreut, zum Reformationsjubiläum mit ihrer Projektgruppe in der Christuskirche aufzutreten.

Inzwischen arbeitet die Pfarrerin an einer Schule in Köln.

Frauen eine Stimme geben

Zum Reformationsjubiläum haben sich Almuth Voß und ihre Kolleginnen etwas Besonderes überlegt. Die szenische Lesung mit dem Titel „Hier stehen wir und wollen es anders“ soll die weibliche Seite der Reformation in den Fokus rücken. „Wir möchten den Frauen eine Stimme geben, die die Reformation erst möglich gemacht haben“, sagt Voß und bezieht sich damit nicht nur auf die Frau Martin Luthers, Katharina von Bora, sondern auch auf Argula von Grumbach, Katharina Zell und andere. „Die Frauen haben reformatorischen Gedanken weitergetragen“, erklärt Almuth Voß.

Die Veranstaltung ist aber nicht bloß ein historisches Stück. „Wir stellen das Leben dieser Frauen im 16. Jahrhundert mit Kollagen dar und schauen, wo wir heute das finden, was die Frauen damals angefangen haben“, erklärt Voß. „Auch bei jüdischen und muslimischen Frauen finden wir Anknüpfungspunkte“, fügt sie hinzu. Ein Beispiel ist Amina Wadud, eine muslimische Wissenschaftlerin, die für die Gleichberechtigung der Frau im Islam kämpft.

Vielseitige Vorführung

Die Projektgruppe, die die szenische Lesung aufführt, besteht aus fünf Frauen. Darunter ist eine Musikerin, die zwischen den einzelnen Szenen die Pausen ausgestaltet. Weitere Inhalte der Aufführung sind ein szenisches Tischgespräch zwischen fünf Protagonistinnen der Reformation und die Präsentation eines modernen weiblichen Katechismus, den die Projektgruppe selbst geschrieben hat. „Unser Ziel ist es, die Frauen der Reformation bekannter zu machen und auf jene Frauen aufmerksam zu machen, die heute noch mit der gleichen Botschaft aufbrechen“, sagt Almuth Voß.

Die szenische Lesung findet heute ab 19.30 Uhr in der Christuskirche statt. Der Eintrittspreis erfolgt nach Selbsteinschätzung.

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