Reflex Papier: Weltweite Suche nach dem „weißen Ritter“

Von: Jörg Abels
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Düren. Erwartet schwierig gestaltet sich die Investorensuche beim insolventen Dürener Papierhersteller Reflex Premium Papier. Auch sieben Wochen nach Beginn des Verfahrens „ist ein weißer Ritter noch nicht vorbeigeritten“, erklärt Vorstandsmitglied Dr. Jörg Gollnick auf DZ-Anfrage. Als „weißer Ritter“ wird in der Finanz- und Geschäftswelt ein Großinvestor bezeichnet.

Und eben einen solchen hat der Reflex-Vorstand zur Rettung des Dürener Werks in einem „schwierigen Marktumfeld für grafische Papiere“, wie der Kölner Rechtsanwalt und Sanierungsexperte betont, noch nicht gefunden.

„Wir haben die Suche nach einem strategischen Partner weltweit platziert“, erklärt Gollnick weiter. Die Hoffnung, in Europa einen Investor zu finden, ist hingegen gering. Die meisten Wettbewerber wären wohl eher froh, wenn das Angebot auf dem unter Umsatzrückgängen leidenden Markt mit einer Schließung des Dürener Werks knapper werden würde. Doch soweit wollen es Gollnick und seine Vorstandskollegen nicht kommen lassen.

Ziel bleibt die Sanierung

„Wir sind nach wie vor optimistisch, den Standort sanieren zu können“, betont Gollnick mit Blick auf den „hervorragenden Standort, gute Anlagen und attraktive Produkte“. Es sei jedoch noch zu früh, über konkrete Maßnahmen zu sprechen.

Trotzdem kristallisiert sich heraus, dass wohl nicht alle 102 Arbeitsplätze erhalten bleiben werden. Davon geht auch Gewerkschaftssekretär Ernst Ungermann von der für Reflex zuständigen IGBCE in Alsdorf aus. Was eine Sanierung anbetrifft, aber ist auch er nach Gesprächen mit der Konzernführung optimistisch.

Das Problem: Mitarbeiter, denen im Zuge eines Sanierungskonzepts die Kündigung droht, können im Gegensatz zu den vor der Hahnemühle-Übernahme noch vom Vorbesitzer M-Real (heute: Metsä Board) entlassenen Ex-Kollegen kaum mit Abfindungen in der seinerzeit gezahlten Höhe rechnen. Entsprechend gedrückt sei die Stimmung, wie aus dem Werk zu hören ist.

In der kommenden Woche steht das nächste Treffen des Gläubiger-Ausschusses an, Anfang September soll die Belegschaft über den Stand des Insolvenzverfahrens und der Sanierungsbemühungen informiert werden, kündigte Jörg Gollnick an.

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