Düren - Rechenfehler wird 50-jährigem Dürener zum Verhängnis

Rechenfehler wird 50-jährigem Dürener zum Verhängnis

Von: Hartmut Prüss
Letzte Aktualisierung:

Düren. In vollem Umfang geständig war ein 50 Jahre alter Mann aus Düren, der sich wegen Betrugs und Urkundenfälschung in 80 Fällen vor dem Schöffengericht zu verantworten hatte.

Über vier Jahre lang hatte er zwischen Mai 2005 und Juli 2009 seiner privaten Krankenversicherung immer wieder gefälschte Abrechnungen vorgelegt und munter kassiert. Die Beträge schwankten zwischen rund 700 und 1900 Euro, ergaben aber in der Endsumme immerhin einen Schaden von knappp 68.000 Euro.

Die Anklage warf dem Angeklagten vor, Originalrechnungen von Ärzten beziehungsweise Verordnungen für Heilbehandlungen im Computer eingescannt und dann manipuliert beziehungsweise gefälscht zu haben. Aufgefallen war der Akademiker, der nach einem Schlaganfall seit 2001 berufsunfähig ist, weil ihm bei einem solchen Abrechnung ein einfacher Rechenfehler unterlaufen war. Die Krankenversicherung hatte sich deshalb bei dem Arzt, dessen Name auf einer Liquidation stand, um Klärung bemüht und erfahren, das dieser die Rechnung gar nicht geschrieben hatte. Erst so war der jahrelange Schwindel aufgefallen.

Bereits vor der Hauptverhandlung hatte der Ingenieur schriftlich ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Er hatte geschildert, dass ihm nach seiner Erkrankung nur noch ein Drittel seiner ursprünglichen Bezüge, die er vor dem Schlaganfall hatte, geblieben seien. Überhaupt war sein Verhalten vor Gericht von Einsicht und Reue gekennzeichnet. So hat er zur Wiedergutmachung sogar auf seine Altersvorsorge zurückgegriffen. Neben seinen Ersparnissen habe er, so berichtete sein Anwalt, sogar seine Lebensversicherung beliehen.

Das Gericht unter Vorsitz von Richter Hans-Georg Wingen verurteilte den 50-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Dieses Strafmaß entsprach dem Antrag des Staatsanwalts, der in seinem Plädoyer strafmildernd berücksichtigt hatte, dass der Angeklagte den erschlichenen Betrag an die Krankenversicherung zurückgezahlt hat.
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