Düren - Realschule Wernerstraße: Die Wünsche und die Realität

Realschule Wernerstraße: Die Wünsche und die Realität

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Jürgen Momma ist seit dem 1. Februar Schulleiter der Realschule Wernersstraße. Er unterrichtet die Fächer Sport und Mathematik. Foto: Katrin Fuhrmann

Düren. Seit Anfang Februar ist Jürgen Momma der neue Schulleiter der Realschule Wernersstraße. Der 43-Jährige hat sich viel vorgenommen, möchte aber auch an den bisherigen Strukturen festhalten. Vor allem will er die 515 Schüler, deren Eltern und das Kollegium mit einbeziehen. Im Gespräch mit Volontärin Katrin Fuhrmann erklärt Momma außerdem, was er sich für die Schule wünscht.

Herr Momma, Sie sind seit dem 1. Februar Schulleiter an der Realschule Wernersstraße. Haben Sie sich gut eingelebt?

Momma: Der Anfang war sehr stressig, aber ich bin gut angekommen und von Eltern, Schülern und Kollegen sehr herzlich empfangen worden.

Ihr Vorgänger, Heinz Hermann Eschen, war knapp 20 Jahre im Amt. Ist es schwer, in seine Fußstapfen zu treten?

Momma: Das ist schwer zu sagen. Herr Eschen hat mich gut eingearbeitet und steht mir bei Fragen immer noch zur Verfügung. Er hat mir eine Schule überlassen, an der schon Vieles sehr gut läuft. Andererseits ist es für eine Schule eine Chance, wenn ein Schulleiter geht, und ein neuer kommt.

Inwiefern?

Momma: Ich halte es grundsätzlich für falsch, wenn man neu ist, gleich alles verändern zu wollen. Ich muss mich erst einmal zurechtfinden. Mit der Zeit ist es aber ganz normal, dass sich bestimme Projekte oder Vorgänge verändern. Davon kann die Schule nur profitieren. Bei allem, was ich mir zum Ziel gesetzt habe, ist es mir wichtig, Eltern, Schüler und Kollegium mit einzubeziehen und ihre Interessen zu erfahren.

Gibt es etwas, das Ihnen besonders am Herzen liegt?

Momma: Es gibt einiges, das mir wichtig ist. Das oberste Ziel ist, dass die Realschule auch die nächsten Jahre Bestand hat. Die Bläserklassen, die es seit vielen Jahren an der Schule gibt, möchte ich fördern und stärken. Außerdem möchte ich mich für einen „Sportabzeichen-Tag“ einsetzen. Die Schule soll nicht nur als Lern-, sondern auch als Lebensort wahrgenommen werden. Schüler, Kollegium und Eltern sollen sich mit der Schule identifizieren.

Immer mehr Realschulen laufen aus. Zuletzt wurde die Realschule Hürtgenwald, an der sie Schulleiter waren, geschlossen. Welchen Status hat die Realschule?

Momma: Der demografische Wandel ist das Problem. Ich denke, dass die Realschule Hürtgenwald vor allem geschlossen wurde, weil die Anmeldezahlen zurückgegangen sind. In einer Stadt wie Düren sehe ich diese Problematik nicht. Die Realschule hat einen hohen Stellenwert. Das zeigen unsere hohen Anmeldezahlen. Wir müssen immer wieder Schüler ablehnen.

Wenn Realschulen in der Umgebung geschlossen werden, müssen Schüler, die die Realschule besuchen wollen, immer längere Fahrten auf sich nehmen. Das kann nicht sein. Dennoch ist es eine politische Frage: Möchte man das mehrgliedrige Schulsystem oder nicht? Ich denke, dass es zumindest hier genügend Eltern gibt, die das mehrgliedrige System befürworten. Außerdem muss man die Schulen auch immer im Verbund sehen. Meiner Meinung nach muss es überall dort, wo es ein Gymnasium gib, eine Realschule und Hauptschule geben.

Warum?

Momma: Ein sehr guter Realschüler kann nach dem zehnten Schuljahr problemlos auf das Gymnasium wechseln. Jemand, der sich auf dem Gymnasium schon in der fünften Klasse schwer tut, kann einfach auf die Real- oder Hauptschule wechseln. Das ist nicht so einfach möglich, wenn die nächste Realschule beispielsweise in einer anderen Stadt oder gar nicht vorhanden ist.

Sind Jugendliche gut auf Ausbildung und Berufswelt vorbereitet?

Momma: Wir als Realschule sind sehr gut aufgestellt. Wir haben ein eigenes Berufsberatungsteam und arbeiten mit dem Arbeitsamt eng zusammen. Wir machen eine Potenzialanalyse in der achten Klasse, bieten Projekttage und Praktika an.

Im Deutschunterricht bekommen die Schüler gezeigt, wie Bewerbungen und Lebensläufe auszusehen haben. Wir führen Bewerbungstrainings durch. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg. Aber der Weg ist nicht zu Ende. Wir würden uns freuen, wenn mehr Unternehmen von sich aus auf uns zu kämen. Schließlich profitieren beide Seiten davon.

Die sanitären Anlagen sind in vielen Schulen in einem schlechten Zustand. Viele Räume sanierungsbedürftig. Wie steht es um Ihre Schule?

Momma: Wir bekommen einen neuen Technikraum. Der alte hat den Sicherheitsnormen nicht mehr entsprochen. Im Altbau gibt es immer etwas, das erneuert werden könnte. Man darf die Stadt aber nicht überfordern. Sie hat nur ein bestimmtes Budget und kann nicht allen Wünschen gerecht werden.

Das heißt, Sie sind zufrieden mit der Ausstattung Ihrer Schule, und es gäbe nichts, dass Sie fordern würden?

Momma: Natürlich habe ich Wünsche. Aber ich muss realistisch sein. Die Stadt sieht den Handlungsbedarf, muss aber auch ihren Haushalt beobachten. Ich würde mir wünschen, dass wir in jeden Raum vernetzt sind und mehr Computer zur Verfügung gestellt bekämen. Da wir keine Aula haben, müssen wir die Turnhalle für Veranstaltungen nutzen.

Daher wäre eine Verdunklung ganz schön. Filme und Vorträge lassen sich so einfach besser zeigen. Ebenso fehlt es uns an einer Pausenüberdachung und einer Schallisolierung für unseren Musikraum. Wenn die Bläserklassen proben, sind die umliegenden Klassenräume davon gestört. Ich habe diese Wünsche gegenüber der Stadt aber noch nicht geäußert. Ich will es langsam angehen lassen.

Wie sieht es mit den sanitären Anlagen aus?

Momma: Wir haben das Glück, dass die Toilettenanlagen in der Turnhalle 2015 komplett saniert wurden. Die anderen Toiletten sind noch gut benutzbar. Sie wurden vor einigen Jahren saniert. Andere Schulen sind da deutlich schlechter aufgestellt.

Zum Schluss: Sind Handys an Ihrer Schule erlaubt?

Momma: Nein. Die Schüler dürfen es aber bei sich führen, damit sie auf dem Weg zur Schule erreichbar sind. Sobald sie das Schulgelände betreten, muss das Smartphone allerdings ausgeschaltet werden. Einige Schüler wurden zum sogenannten Medienscout ausgebildet. Wir wollen vermeiden, dass Schüler über soziale Netzwerke Opfer von Mobbing-Attacken werden.

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