Raubritter in Schmidt: LARP findet immer mehr Anhänger

Von: lh
Letzte Aktualisierung:
larpbu
Mittelalterliche Rollenspiele finden immer mehr Anhänger.

Schmidt. Mittelalterlich gekleidete Gestalten steigen aus ihren Autos und marschieren Richtung Grillhütte. Im Laufe des Abends werden sich dort feiernde Zecher wenig Gedanken um ihre Lautstärke machen. Raufereien gehören dazu, es wird gewürfelt.

Ja sogar Handelsverträge werden an diesem Abend geschlossen und Ehen vereinbart - alles in der zur mittelalterlichen Taverne umdekorierten Grillhütte.

Was zunächst nach Krawallen im Naturschutzgebiet klingt, ist in Wahrheit ein Live-Rollenspiel. Immer mehr Menschen aus allen Altersgruppen besuchen monatlich die Taverne „Zum Goldkrug”. Mittelalter- und Fantasiebegeisterte, die im wahren Leben Schüler, Studenten sind - oder auch Lehrer oder Bankangestellte. Sie alle eint das Hobby LARP, was so viel heißt wie „Life Action Role Playing”.

Doch was steckt hinter diesem Begriff? Wie das Wort „Rollenspiel” schon verrät, geht es darum, sich einen neuen Charakter auszudenken und als solcher mit anderen zu interagieren. Dies hat wenig Gemeinsamkeiten mit einem PC-Rollenspiel. Bei LARP müssen die Spieler alles, was sie machen wollen, in der Realität mindestens darstellen können. Das Hobby entstand Anfang der 90er Jahre und war lange Zeit sehr unorganisiert. Heute wirken die meisten LARP-Organisatoren in eingetragenen Vereinen.

Auch im Kreis Düren gibt es schon eine ganze Reihe LARP-Gruppierungen. Sie wehren sich wie die Gleichgesinnten in ganz Deutschland gegen das Klischee, LARP sei ein „Haudraufhobby” für große Kinder, die gern mal Ritter spielen wollen. „Wer diese Meinung hat, dem empfehle ich, sich einmal umfassend zu informieren. Es geht nicht darum, sich den ganzen Tag mit Schaumstoffwaffen zu prügeln. Es ist ein Rollenspiel, meist ein sehr ernsthaftes Szenario”, erklärt Lukas Backhausen, ein Mitglied der „Eisenwölfe”.

Und er weiß: „Viele verlieren schnell wieder die Lust, wenn sie merken, dass es eben nicht nur darum geht, der große Held zu sein.” Für Lukas Backhausen ist vor allem das „Selbst erleben” faszinierend. „Man hat ständig neue Situationen, mit denen man sich auseinandersetzen muss, zum Beispiel das Entfachen eines Feuers. solche Dinge muss man können und real ausführen. Dafür gibt es bei uns keine Computer-Tasten. Lebendiger kann ein Spiel nicht sein”, sagt Backhausen.

Die Aktiven verstehen ihr Hobby als eine Art Laientheater, in dem jeder Darsteller frei handeln kann. So gibt es Kämpferrollen, einfache Handwerker, Bauern und edle Damen neben Diplomaten, Herzögen und Raubrittern. Der eigenen Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.
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