Düren - Rathaussanierung: Vier Betonsäulen werden durch Stahlstützen ersetzt

Rathaussanierung: Vier Betonsäulen werden durch Stahlstützen ersetzt

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
5314573.jpg
Nachdem Hydraulikpressen das Rathaus angehoben hatten, konnte am Dienstag die erste von vier 300 Tonnen tragenden Betonsäulen im Erdgeschoss demontiert werden.
5314574.jpg
Projektleiter Helmut Harperscheidt.

Düren. Helmut Harperscheidt hatte ein leichtes Grummeln im Magen. Der städtische Projektleiter verfolgte mit Argusaugen den Beginn des vielleicht spannendsten Aktes der zweieinhalbjährigen Rathaussanierung.

Im Erdgeschoss, wo bislang das Archiv untergebracht war, müssen in den kommenden Wochen vier 40 mal 80 Zentimeter starke Betonsäulen ausgebaut und durch deutlich schlankere Stahlstützen mit einem Durchmesser von nur noch 27 Zentimetern ersetzt werden. „Betonsäulen, auf denen jeweils ein Gewicht von 300 Tonnen lastet“, gab Harperscheidt zu verstehen, umgerechnet so viel wie zehn voll beladene Lkw.

Wie aber können so tragende Elemente entfernt werden, ohne Schäden am Rest des Gebäudes zu riskieren? „Wir bewegen uns auf ingenieurtechnischem Neuland“, gab der Projektleiter unmissverständlich zu verstehen. Um jede der bis in die 8. Etage reichenden Betonsäulen zu entlasten, müssen daher zunächst einmal über alle Stockwerke verteilt 240 stählerne Dachstützen montiert werden, die das Gewicht in dem Moment aufnehmen, wenn kraftvolle Hydraulikpressen das Gebäude anheben.

Trotz aller statischen Berechnungen blieb eine große Unbekannte. Wie weit muss das Gebäude angehoben werden? Zwei bis drei Millimeter seien problemlos, waren sich die Bauexperten im Vorfeld einig. „Ab drei Millimeter wären Risse in den Wänden wahrscheinlich“, räumte Harperscheidt ein.

Doch seine Sorge war unbegründet. Am Ende war es am Dienstag die Winzigkeit von 0,47 Millimeter, die das Rathaus bewegt werden musste, und die erste Betonsäule war von ihrer Last befreit und konnte abgebrochen werden – permanent mit Sensoren überwacht, die jede noch so kleine Bewegung des Gebäudes gemeldet hätten.

Mit derart wenig Problemen hätte der städtische Projektleiter nicht gerechnet. Denn wie der in den 50er Jahren gegossene Beton reagieren würde, war selbst nach 30 Kernbohrungen zur Qualitätsanalyse unklar. Noch Dienstagabend wurde die erste Stahlsäule montiert. Vorher musste noch ein neues Betonfundament gegossen werden. Ist das in wenigen Tagen ausgehärtet, können die 240 Dachstützen entfernt und wenige Meter weiter für den Austausch der nächsten Betonsäule montiert werden. Sieben bis acht Wochen soll die Demontage der vier Betonstützen und der Einbau der neuen Stahlstützen dauern. Eine Operation am offenen Herzen, die Helmut Harperscheidt und sein Team seit Dienstag ein wenig gelassener angehen.

Und warum das Ganze? Im Erdgeschoss entsteht das neue Foyer des Rathauses. „Das ist ein ganz wesentlicher Teil der Sanierung“, erklärt Harperscheidt. Besucher können künftig direkt vom Rathausvorplatz das Rathaus erreichen, brauchen nicht mehr die Treppe hinaufzusteigen. Im Foyer sollen die Bürger erste Ansprechpartner finden und wichtige Anliegen erledigen können. „Dafür wollen wir einen transparenten Raum schaffen“, erklärt Harperscheidt.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert