Rathaussanierung: Noch staubt es an allen Ecken

Von: Jörg Abels
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Wenn das Baugerüst ab August wieder abgebaut wird, kommt die Rathausuhr wieder zum Vorschein. Bauleiter Helmut Harperscheidt will sie wie in früheren Zeiten wieder anstrahlen. Foto: Jörg Abels
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Die bislang hohlen Mosaiksäulen im alten Foyer, in denen Heizungsrohre verliefen, mussten komplett saniert werden. Das bogenförmige Glasdach muss aus Gründen des Denkmalschutzes wieder abgehangen werden. Foto: Jörg Abels
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Blick in den zukünftigen Eingangsbereich: Er wird heller, informativer mit einer zentralen Anlaufstelle und angrenzenden Besprechungsräumen. Foto: Stadt Düren

Düren. Seit zwei Jahren läuft die Rathaussanierung. Immer noch wird auf allen Etagen gewerkelt, werden Teile der Fassade erneuert, Wände verputzt, Versorgungsleitungen verlegt. Auf der ehemaligen Kassenhalle wird aktuell das Dach saniert, im hinteren Bereich des künftigen Eingangs im Erdgeschoss muss eine neue Bodenplatte gegossen werden.

Nur schwer kann sich der Laie vorstellen, dass in dieser Jahrhundert-Baustelle ab dem 1. April 2015 die ersten Rathausmitarbeiter wieder ihre Büros beziehen sollen. Und doch sind Projektleiter Helmut Harperscheidt vom städtischen Gebäudemanagement und Organisationsleiterin Maria Welter sicher, den schon einmal nach hinten verschobenen Termin ebenso einhalten zu können wie die auf 17,5 Millionen Euro angestiegenen Baukosten.

Noch ohne Sonnenschutz-Folie

Bei einem Rundgang hält Harperscheidt immer wieder inne. Hoch oben auf dem Baugerüst, zwischen 6. und 8. Etage, zeigt er, wie die Mauerfassade vor und wie viel heller sie nach der Reinigung aussieht. Er erklärt, dass 90 Prozent der Mosaiksanierung mittlerweile abgeschlossen sind und auch der Austausch der 485 Fenster auf die Zielgerade einbiegt. Allerdings fehlt noch die innenliegende Sonnenschutz-Folie in den Fenstern. „Sie wird aufgrund der großen Staubentwicklung erst später eingebaut“, erklärt Harperscheidt.

Warum es so staubt, wird wenige Schritte weiter deutlich. Vor allem in den oberen Etagen muss der Innenputz großflächig erneuert werden. Teilweise ist er aufgrund von Feuchtigkeit, die jahrelang über die Außenfugen ins Mauerwerk eingedrungen ist, so porös, dass er abblättert. Harperscheidt schätzt, dass in der 8. Etage bis zu 65 Prozent erneuert werden müssen, mit jedem tieferliegenden Stockwerk zum Glück weniger. Er spricht bei der zeitaufwendigen und kostspieligen Mehrarbeit von einer der vielen „Irrungen und Wirrungen“, die bei der Sanierung eines solch alten Gebäudes nun einmal nicht eingeplant werden können. Anfangs verhagelte bekanntlich eine recht umfangreiche und teure Schadstoffsanierung den Zeit- und Kostenplan.

Weiter unten, im 5. Obergeschoss, erklärt Harperscheidt anhand bereits verlegter Rohrleitungen die künftige Heizungstechnik. „Mit der Deckenheizung können wir die rund 230 Büros im Sommer auch kühlen“, verspricht der Gebäudemanager seinen Kollegen. Zeiten, in denen die Zimmertemperatur 38 Grad erreichte, sollen der Vergangenheit angehören.

Überhaupt wirken die Flure bereits deutlich heller als früher. Und damit sie es auch bleiben, werden auf allen Etagen an den Kopfseiten in Zukunft gläserne Besprechungsräume den Weg fürs Tageslicht freimachen.

Beim Innenausbau spielen das Raumklima und die damit verbundene Vermeidung von Staunässe und Schimmelbefall eine entscheidende Rolle. Auch dem Brandschutz wird immer wieder Rechnung getragen.

Treppenhaus mit Überdruck

Auf allen Etagen liegen künftig zwei Löschwasserleitungen, im Foyer sollen große Ventilatoren im Notfall den Rauch nach außen transportieren, das zentrale Treppenhaus an der Rückseite wird bei einem Feuer mit Überdruck rauchfrei gehalten. Dazu müssen auf allen Etagen Druckschleusen installiert werden, die Türen jedoch müssen selbst für Kinder leicht zu öffnen sein, erklärt der Bauleiter die Herausforderung.

Noch staubt es an allen Ecken. Bis Mitte/Ende September aber sollen die Außenarbeiten abgeschlossen sein, das Baugerüst soll in Teilen bereits ab August abgebaut werden. Ende Oktober/Anfang November soll die heiße Phase des Innenausbaus mit den Bodenbelägen, den Anstreicharbeiten und der Heizungsinstallation starten.

Bis Februar sollen die neuen Aufzüge eingebaut werden, den März hat Harperscheidt für Bauabnahme und etwaige Nachbesserungen reserviert. Am 1. April soll der Rückzug beginnen, vier Wochen später soll er abgeschlossen sein. Das ist zumindest das Ziel von Maria Welter. Vor den Sommerferien 2015 will die Verwaltung das neue, alte Rathaus der Bevölkerung bei einem „Tag der offenen Tür“ vorstellen.

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