Düren - Rathaus: Sanierung verlängert sich um fünf Monate

Rathaus: Sanierung verlängert sich um fünf Monate

Von: Jörg Abels
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Das Dürener Rathaus wird länger verhüllt bleiben als bislang geplant. Die Sanierung wird nicht im November, sondern erst Ende März 2015 abgeschlossen. Foto: Jörg Abels

Düren. Beim Blick auf die in bester Christo-Manier verhüllte Großbaustelle dürfte auch jeder Laie mittlerweile erahnen: Bis November ist die Sanierung des Dürener Rathauses nicht abgeschlossen. Und in der Tat. Der ursprüngliche Termin ist nicht zu halten.

Neue Zielmarke ist nun Ende März 2015. „Am 1. April des kommenden Jahres soll der Rückzug beginnen“, kündigt der städtische Gebäudemanager Helmut Harperscheidt an. Dass die geplante Bauzeit von zweieinhalb Jahren damit wie die bereits von ursprünglich 14,75 auf 17,5 Millionen Euro gestiegenen Baukosten (wir berichteten) doch deutlich überschritten wird, habe mehrere Gründe.

Harperscheidt verweist vor allem auf die „extreme Komplexität des Jahrhundertbauprojekts“, die auch für das städtische Projektteam „Neuland war“, und oft langwierige Abstimmungsgespräche mit den beteiligten Planern zur Folge hatte. Beim Bau selbst hat vor allem die am Ende doch aufwändigere Schadstoffsanierung den Zeitplan gesprengt. Aber auch die Vergabe der einzelnen Bauaufträge habe Zeit gekostet.

„Wir mussten 80 Prozent aller Maßnahmen europaweit ausschreiben“, erklärt Harperscheidt. Und um nicht Gefahr zu laufen, aufgrund mangelhafter Unterlagen eine Vergabebeschwerde zu kassieren, die für einen mehrmonatigen Baustopp gesorgt hätte, musste wie bei der Erneuerung der Fenster mehr als einmal externe Hilfe von Sachverständigenbüros in Anspruch genommen werden. Das habe zusätzlich Zeit gekostet. Den neuen Termin aber will Harperscheidt einhalten. „Aus heutiger Sicht ist er verbindlich. Diese Messlatte wollen wir grundlos nicht mehr reißen.“ Restrisiken aber bleiben.

Noch einmal teurer werden soll das Gesamtprojekt aufgrund der zeitlichen Verzögerung allerdings nicht, versichert Harperscheidt. Er ist guter Dinge, die zusätzlichen Mehrkosten für die Miete der Ausweichbüros am Ellernbusch von monatlich rund 37.000 Euro mit dem aufgestockten Gesamtbudget finanzieren zu können.

Die lärmintensive Betonsanierung, die in den vergangenen Wochen so manchem Dürener den Nerv geraubt hat, geht indes in die Schlussphase. „Die Arbeiten an der Südseite dauern noch etwa zehn Tage“, kündigt Harperscheidt an. Gleichzeitig betont er, dass sich der beim Sandstrahlen entstehende Lärm in den erlaubten Grenzen bewege. „Wir haben Werte von 87 bis 88 Dezibel gemessen.“ Stellenweise musste nach Wasserschäden der beton 20 Zentimeter tief aus der Fassade herausgenommen werden, bevor sie wieder aufgearbeitet werden kann, erklärt der Gebäudemanager.

Von den knapp 500 Fenstern, die im Rathaus erneuert werden müssen, wurden parallel bereits rund 35 Prozent ausgetauscht, ausgebaut wurden bereits rund 85 Prozent. Nicht erneuert, sondern aufgearbeitet werden aus Gründen des Denkmalschutzes unter anderem die Fenster am alten Sitzungssaal und am Treppenhaus, die besonders prägend für das Erscheinungsbild des Rathauses sind. Die Sanierung des ebenfalls stilprägenden italienischen Mosaiks ist bereits weitgehend abgeschlossen.

„Nur ganz wenige Flächen mussten komplett erneuert werden“, betont Harperscheidt. In diesem Zusammenhang dankt er insbesondere den früheren Hausmeistern, die im Laufe der Jahre immer mal wieder herausgebrochene Mosaiksteinchen nicht weggeschmissen, sondern gesammelt haben. „Davon profitieren wir jetzt, da die Steinchen heute nicht mehr von Hand, sondern maschinell hergestellt werden“, betont der Projektleiter.

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