Düren/Rügen - Rasut Hamad überzeugt mit seinem Willen

Rasut Hamad überzeugt mit seinem Willen

Von: Kevin Teichmann
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Die Boxring-Trainer Peter König (links) und Ernst Müller (mitte) flankieren ihren Schützling Rasul Hamad, der Deutscher Vizemeister der 48-Kilogramm-Junioren auf Rügen wurde. Papa Hussein (2. von rechts) und Bruder Laith gratulieren. Foto: Kevin Teichmann

Düren/Rügen. Rasul Hamad, der talentierte 48-Kilogramm-Juniorenboxer vom Dürener Boxring 55, hat sein Ziel erreicht: Rasul brachte von der Deutschen Meisterschaft auf der Insel Rügen eine Medaille mit: Er wurde Vizemeister.

Von seinen Trainern Ernst Müller und Peter König wurde der 15-Jährige begleitet auf der Reise zur Ostseeinsel. 800 Kilometer hin. 800 Kilometer zurück. Beim Fahren wechselten sich die Trainer ab. „Dass wir dabei sind und den Jungen fahren, ist eine Selbstverständlichkeit“, hatte Müller vor der Abfahrt verkündet.

Eine Unterstützung, die von Rasuls Bruder und „Privatcoach“ Laith noch einmal verstärkt wurde. Laith reiste am Tag der Halbfinalspiele früh morgens an, war die Nacht durchgefahren für seinen kleinen Bruder. Die Überraschung war natürlich groß. „Ich konnte nicht fassen, dass Laith sich extra für mich Urlaub genommen hat. Er hat mich wirklich überrascht“, sagt Rasul Hamad begeistert. Mit einer gehörigen Portion Extra-Motivation ging Rasul Hamad dann auch in seinen Halbfinalkampf.

„Ali Sena Ayubi war wirklich ein starker Gegner“, erinnert sich Hamad, der sich trotzdem gut schlug und nach Punkten Ayubi klassisch gut ausboxte – Ayubi kam nie richtig an Rasul heran, der dann wiederum eiskalt konterte und sich dadurch das Finalticket sicherte. Die Hoffnungen auf den ganz großen Wurf stiegen, schließlich hatte Ayubi den im Finale wartenden Ahmet Sor schon einmal besiegt. „Rasul hat immer hart trainiert und ging als klassischer Underdog in die Kämpfe. Vielleicht war er der Teilnehmer mit dem größten Willen im Wettbewerb“, erklärt Laith.

Sor feierte allerdings in den vergangenen beiden Jahren gleich zwei Mal den Titel des Deutschen Meisters. Es folgte der dritte goldene Pokal nach einem knappen 2:1-Punktesieg gegen Rasul Hamad.

„Immer wenn ich am Drücker war, hat sich mein Gegner aus seiner größeren Erfahrung heraus gut umgestellt. Ich bin mit dem Vize-Titel sehr zufrieden“, zeigte sich Hamad als fairer Verlierer, der am Ende irgendwie doch ein „Gewinner“ war: „Es gibt wenige Kämpfer in der 48-Kilogramm-Klasse, das könnte bedeuten, dass ich durch den zweiten Platz zur Europameisterschaft fahren darf.“

„Vor der Deutschen Meisterschaft war Rasul in Deutschland unbekannt, jetzt kennt man ihn in der Szene. Es zählt nicht nur, wie oft man gewinnt, sondern auch, wie jemand boxt“, ist Papa Hussein Hamad stolz auf seinen Sohn. Allgemein ist Sport bei Hamads Familiensache. Jeder unterstützt Rasul, der aber auch ganz klare Regeln kennt: „Schule und Hausaufgaben gehen immer vor. Meine Geschwister und ich sind zur Disziplin erzogen worden. Unseren Hobbys dürfen wir erst nachgehen, wenn wir alles für die Schule erledigt haben“, sagt Rasul, der anfügt: „Weil ich den Sport liebe, hänge ich mich in der Schule rein. Boxen ist meine Leidenschaft, ich will etwas Großes erreichen! Natürlich träume ich davon, eines Tages Profiboxer zu werden, aber man weiß nie, wie lange man boxen kann. Manchmal macht einem die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung.“

Doch nicht nur seine Familie unterstützt ihn, wo sie nur kann. „Wenn ich in Rente gehe, nehme ich mir noch mehr Zeit, den Jungen und die anderen Talente im Boxring Düren zu fördern“, hat sich Trainer Ernst Müller ambitionierte Ziele für seinen Ruhestand gesteckt. „Das macht nicht jeder Trainer“, weiß Rasul zu schätzen, was er beim Boxring in jedem Training erfährt: „Hundertprozentige Unterstützung! Ernst Müller ist für mich ein gutes Vorbild, er ist nicht umsonst Europameister gewesen. Er hat mir zu meinen ersten Erfolgen verholfen. Jeder soll wissen, was beim Boxring Düren geleistet wird.“

Sollte es mit der Karriere als Profiboxer nicht klappen, hat Rasuk Hamad eine andere Idee: „Dann würde ich gerne Polizist werden.“

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