Drove - Ranger Reinhold Hierse: Ein Experte von Flora und Fauna

Ranger Reinhold Hierse: Ein Experte von Flora und Fauna

Von: Andreas Bongartz
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Den Blick für die seltene Natur, das Auge für die Besucher: Als Beauftragter des Kreises Düren für das Naturschutzgebiet Drover Heide kümmert sich Reinhold Hierse um die Anliegen von Tieren, Pflanzen und Besuchern. Foto: Andreas Bongartz

Drove. Strophosoma nebulosum oder Calluna Vulgaris? Hört man Reinhold Hierse über seine Arbeit reden, versteht man mitunter nur Bahnhof. Der Mann ist wie ein wandelndes Lexikon, die wissenschaftlichen Namen von Käfer und Heidekraut kommen ihm wie aus der Pistole geschossen über die Lippen.

Reinhold Hierse hat viel biologische Fachliteratur gewälzt, schließlich gehört es zu seinem Job: Als Beauftragter des Kreises Düren für das Naturschutzgebiet Drover Heide – so seine offizielle Bezeichnung – muss er sich mit der Landschaft zwischen Drove, Soller und Stockheim sowie der dort heimischen Flora und Fauna bestens auskennen. Und das ist keine leichte Aufgabe, zeichnet sich die Drover Heide doch vor allem durch ihre Artenvielfalt aus: Rund 460 verschiedene Pflanzenarten, 1100 Käferarten sowie 136 verschiedene Vogelarten finden sich in dem 680 Hektar großem Gebiet. „Man muss lernen, lernen, lernen! Erst dann kann man den Besuchern etwas erzählen“, meint denn auch Reinhold Hierse.

Seit 2005 geöffnet

Seit der Öffnung der Drover Heide 2005 ist der 61-Jährige hier unterwegs und erfüllt die klassischen Funktionen eines Nationalpark-Rangers: Er kontrolliert die Einhaltung von Wegegebot und Leinenpflicht, nimmt Wartungsarbeiten an Brücken, Stegen oder Bänken vor, leitet Führungen durch das Schutzgebiet, betreut und informiert Besucher. Gerade in dieser Hinsicht hat Hierse derzeit alle Hände voll zu tun, zieht die blühende Heide doch besonders viele Besucher an: „In der Heideblüte kommen etwa 2000 Menschen hierher“, sagt der Windener, während sich aus der Ferne eine Wandergruppe nähert. Hierse zückt einen kleinen Notizblock: „Das muss ich mir notieren.“ Auch die Dokumentation des Besucheraufkommens zählt zu den Aufgaben des 61-Jährigen. „Letztes Jahr haben wir an die 10 000 Besucher festgestellt. Aber in Wirklichkeit sind es vermutlich viel mehr“, schließlich könne er ja nur die Besucher festhalten, denen er bei seinen Wanderungen über den Weg läuft. An mehr als 200 Tagen im Jahr ist Hierse in der Heide unterwegs und legt so zu Fuß mehr als 2000 Kilometer zurück.

„Darf ich fragen, was ihr für eine Ortsgruppe seid?“ Reinhold Hierse begrüßt 16 Wanderer aus Bergheim. Für die Naturfreunde hat er Wanderkarten und ein Informationen parat, dann geht es weiter. „Es war nicht immer leicht, am Anfang gab es schon Menschen, die nicht verstanden haben, dass die Natur hier Vorrang hat“, erzählt Hierse. „Die Natur ist hier so selten, dass der Mensch zurückstecken muss, deshalb haben wir hier eine Leinenpflicht und das Wegegebot.“ Bei Missachtung dieser Vorgaben werden allerdings keine drakonischen Strafen verhängt: „Die Menschen möchten einfach die Natur genießen und vergessen dann schon mal, ihren Hund anzuleinen. Ich weise sie darauf hin, dann ist das auch für gewöhnlich kein Problem“, so Hierse. Kein Wunder, dass sich frühere Vorbehalte schnell in Wohlgefallen aufgelöst haben. So berichtet Hierse von einer kürzlichen Begegnung: „Zuletzt habe ich einen Besucher getroffen, der meinte ,Reinhold, früher war ich dein Gegner, heute bin ich dein Fan‘.“

Der grüne Zipfelfalter

Den Blick für die seltene Natur, das Auge für die Besucher – so lässt sich die Arbeit Hierses gut charakterisieren. Auch kleinste Heidebewohner wie der seltene Fadenenzian oder der grüne Zipfelfalter entgehen dem uniformierten Naturschützer nicht. „Schauen sie mal da! Ist das nicht traumhaft?“, entfährt es ihm ein ums andere Mal. Hierse: „Die Drover Heide ist eines der letzten Paradiese, die wir in NRW haben.“

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