Ramadan-Fest an der Annakirche soll Religionen zusammenführen

Von: han
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Düren. „Das Ramadan-Fest gehört in die Mitte der Stadt und nicht an den Stadtrand.” Dürens Bürgermeister Paul Larue äußerte im Rathaus wenig Verständnis für einige „Kritiker”, die im Vorfeld gegen das Fest auf dem Anna-/Ahrweilerplatz am Samstag, 4. September, protestierten.

Sinn des „Ramadanabends sei es, wie Soheer Halabi, Vorsitzender des Islamforums Düren, erläuterte, „die sozialen und kulturellen Aspekte der Muslime im Monat Ramadan während einer öffentlichen und nichtkommerziellen Veranstaltung vorzustellen.” Vorbehalte und Ablehnungen gegenüber dem Islam und gläubigen Muslimen seien häufig auf Unkenntnis zurückzuführen.

„Wir brauchen keine Mauern, sondern Brücken zwischen den Religionen”, unterstützt der Ratsvorsitzende das Vorhaben. Ein solches Fest, das von den Kirchen, der Stadt und anderen Institutionen mit getragen werde, sei „ein gutes Zeichen für das religiöse Miteinander”. Der Bürgermeister ist zuversichtlich, dass das Fest von den Menschen in der Stadt positiv aufgenommen und das gute Verhältnis der Religionen untereinander in der Stadt einen weiteren Aufbruch zu einem vertrauensvollen Miteinander erleben werde: „Es gibt mehr, was uns eint, als das was uns fremd ist.”

Zum ersten Mal wird ein Ramadanabend in der Stadt gefeiert. Mit diesem Fest ende für die Muslime die 29-tägige Fastenzeit, erklärt Soheer Halabi. Dazu gehört nicht nur das Fest, sondern auch die Solidarität mit Armen und Bedürftigen. Die Muslime spenden vor dem Fest für wohltätige Zwecke, und dieser Erlös geht an die „Tafel in Düren”. Er setzt sich zusammen aus Beträgen, die gezahlt werden, wenn das Fasten unterbrochen wird. Auch wenn Fasten als gesundheitsfördernd angesehen wird, so wird es in erster Linie, wie der Vorsitzendes des Islamforums deutlich macht, als „ein Weg zur Selbstreinigung angesehen”.

Um 16 Uhr beginnt das Fest an der Annakirche. Bis 18 Uhr stehen kulturelle und musikalische Beiträge im Vordergrund. Kindergruppen aus Düren werden auftreten, aber auch die Ilahi Formation (Darwich Gesang und Tanz) sowie die Bochumer Al Rahma Gruppe. Eine Ruhestunde gibt es um 18 Uhr zur Zeit der Abendmesse, in der der evangelische Pfarrer Dr. Dirk Siedler predigen wird, der darauf hofft, dass Gläubige aller Religionsrichtungen in die Kirche kommen.

Einen besonderen Genuss verspricht das gemeinsame Abendessen. Muslimische Frauen werden in den Räumen der Moscheen das Abendmahl zubereiten. Alle Gäste werden kostenlos bewirtet. Auch auf diese Weise, hofft Dr. Halabi, könne Vertrauen aufgebaut werden. Für Bürgermeister Paul Larue ist zudem wichtig, dass „das Festereignis nicht ein Strohfeuer bleibt, sondern Praxis für die nächsten Jahre wird”.
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