Bergstein - Rainer Weiland: Seit 1956 der Faszination Fliegen erlegen

Rainer Weiland: Seit 1956 der Faszination Fliegen erlegen

Von: Gudrun Klinkhammer
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Rainer Weiland, der seit 60 Jahren fliegt, in einem Segelflugzeug auf dem Fluggelände in Bergstein, umringt von einigen seiner Vereinskollegen und an der Maschine, mit der er vor sechs Jahrzehnten das Fliegen gelernt hat (oben). Foto: gkli/privat
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Rainer Weiland, der seit 60 Jahren fliegt, in einem Segelflugflugzeug auf dem Fluggelände in Bergstein, umringt von einigen seiner Vereinskollegen und an der Maschine, auf der er vor sechs Jahrzehnten das Fliegern gelernt hat. Foto: gkli/privat

Bergstein. Faszination Fliegen: Dieses Virus hat Rainer Weiland bereits vor 60 Jahren infiziert. Seither ist er viel in der Luft gewesen, erlebte in diversen Segelflugzeugen gut 2200 Starts und mehr als 4000 Flugstunden. Warum er dieses Hobby so liebt?

„Es ist weniger die Technik, sondern vielmehr die absolute Freiheit in der Luft“, erklärt der Maschinenbauingenieur.

Gepackt hatte es ihn im Mai 1956, daran erinnert er sich genau. In Nörvenich wurde ein neues Flugzeug des Dürener Luftsportvereins getauft. Der Taufe wohnte der heute 75-Jährige als junger Mann bei. Danach nutzte er die Gelegenheit eines Freiflugs und meldete sich im Luftsportverein Düren-Hürtgenwald an. Der Verein war 1951 gegründet worden.

Rasante technische Entwicklung

Was dann begann, war nicht nur eine große Leidenschaft, sondern vor allem eine rasante Entwicklung. Denn die Technik machte auch vor den Segelflugzeugen nicht halt. Weiland: „Früher starteten wir mit Karte, Kompass und Uhr. Funk gab es nicht. Man war wirklich ganz allein in der Luft.“ Zwar sei die Mechanik geblieben, aber die Elektronik habe die Luftfahrt vollends verändert und verlange den Piloten seit Jahrzehnten stets neue Fertigkeiten ab.

Zur damaligen Zeit flogen die Piloten des Vereins noch von der Drover Heide aus, vom Militärgelände der Belgier. 1972 zogen die Segelflieger dann nach Bergstein um. Früher rechneten die Segelflieger ihre Zeit in der Luft noch in Sekunden. Ein Flug von fünf bis zehn Minuten in Flugzeugen aus Holz und Tuch war ein zufriedenstellender Erfolg. In den heutigen Kunststofffliegern werden andere Zeiten interessant. Rainer Weiland wird von seinen Vereinskollegen unter anderem dafür bewundert, dass er sehr lange Flugzeiten schafft. Fünf Stunden sind bei ihm an der Tagesordnung.

Die Landung ist ein spezielles Kapitel. Denn nicht immer wird das Flugfeld getroffen. Weiland: „Auf einem Acker zu landen, ist für einen Segelflieger ein ganz normaler Vorgang, das ist eine Außenlandung und in der Regel keine Notlandung, wie es oft fälschlicherweise geschrieben wird.“ Zu seinen schönsten Erlebnissen gehörte sein erster Dreiecksflug über eine Strecke von 300 Kilometern. „Damals flog ich zunächst von Bergstein bis zur Lahnmündung, dann weiter bis zur Sauermündung und zurück, erinnert sich der 75-Jährige. Als er kurz vor Vogelsang war, überkam ihn ein großes Glücksgefühl. „Da wusste ich, dass ich diese Herausforderung geschafft hatte.“

„Ein Mannschaftssport“

Unvergessen auch seine Flüge über den Alpen. Mehr als 1000 Flugstunden verbrachte er im Oberengadin in der Luft und schraubte sich bis auf 8200 Meter hoch. „Allerdings“, sagt der erfahrene Pilot, der mehrere Jahre im Verein Vorstandsmitglied war, „ab 3500 Metern muss man als Segelflieger eine Sauerstoffflasche benutzen.“

Was dem Pilot ganz wichtig ist: „Die Fliegerei ist ein Mannschaftssport. Flugleiter, Fluglehrer, Windenfahrer, Pilot und Betreuer arbeiten Hand in Hand.“ Diese Einstellung leben die aktuell 40 Mitglieder des Luftsportvereins Düren-Hürtgenwald. Was die Mitglieder des Vereins derzeit ganz besonders beschäftigt: Sie benötigen eine neue Winde im Wert von weit über 100.000 Euro. Mit der Winde werden die Segelflieger sicher in die Luft befördert.

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