Rainer Polzenberg sieht sich nicht als „Parteisoldaten“

Von: Stephan Johnen
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„Die Zeit ist reif für einen Politikwechsel“, sagt SPD-Bürgermeisterkandidat Rainer Polzenberg. Foto: Stephan Johnen

Brandenberg. Zweimal hat Rainer Polzenberg Amtsinhaber Axel Buch (CDU) bereits herausgefordert. Am 13. September steht der Sozialdemokrat erneut zur Wahl. Es ist sein dritter Versuch, Bürgermeister der Gemeinde Hürtgenwald zu werden.

„Das ist eine Herzensangelegenheit für mich“, sagt der 70-jährige Familienvater aus Brandenberg. Die SPD hat bei den vergangenen Wahlen zugelegt, Polzenberg wittert Morgenluft. „Die Mehrheit der CDU im Rat hängt an der Stimme des aktuellen Bürgermeisters“, bilanziert er. Die Chance für einen Wechsel hätte nie besser gestanden.

Auch wenn die SPD in der Höhengemeinde zugelegt hat, für eine Mehrheit im Rat bräuchte sie einen Bürgermeister Rainer Polzenberg – und alle Stimmen der anderen Ratsmitglieder, die kein CDU-Parteibuch haben. „Ich habe gelernt, geduldig zu sein und offen für Argumente zu sein. Ich bin kein Parteisoldat, sondern betrachte mich als kompromissbereiten Moderator“, ist Polzenberg überzeugt, für „vernünftige Vorschläge“ auch Mehrheiten im Kommunalparlament organisieren zu können.

Als Bürgermeister würde der Ingenieur, der lange Betriebsleiter des Jülicher Versuchsreaktors war, sofort damit beginnen, „alle Ausgaben innerhalb der Verwaltung auf den Prüfstand zu stellen“. Angesichts von 18 Millionen Euro Schulden sei es notwendig, beispielsweise über eine weitere Zusammenlegung von Ämtern nachzudenken und in den Ruhestand gehendes Führungspersonal nicht zu ersetzen. „Die finanziellen Probleme lassen sich nicht sofort lösen, aber wir müssen damit beginnen“, sagt er.

Der Faktor Zeit spiele ohnehin eine große Rolle. Polzenberg ist überzeugt, dass die Gemeinde schon oft Zeit verschenkt hat. „Die Umsetzung vieler Entscheidungen dauert zu lange“, kritisiert er. Sei es die Errichtung von Windkraftanlagen (mit jeweils drei Stück bei Brandenberg und Raffelsbrand habe er keine Probleme), oder die Anlage eines Ruhehains. Vor Jahren schon, als die Fördergelder noch üppig flossen, hätte die Gemeinde eigene Photovoltaik-Anlagen auf Freiflächen entwickeln sollen. „Wir würden heute davon profitieren“, sagt Polzenberg.

Sein Ansatz sei es, „immer auf der Seite der Bürger zu stehen“, erklärt der Ortsvorsteher von Brandenberg. Für Senioren möchte er beispielsweise Pflege- und Betreuungsangebote in Gey und Bergstein schaffen, für die Jugend die vorhandenen Treffpunkte den Bedürfnissen anpassen. „Mit Halma und Tischkicker allein lassen sich die Jugendlichen nicht mehr bespaßen“, sagt er zugespitzt. Die Gemeinde müsse investieren, und beispielsweise Internet zur Verfügung stellen. Die Beschäftigung mit dem demografischen Wandel schließe die Interessen aller Bürger ein, unabhängig vom Alter.

Mit Blick auf die Schulpolitik ist er überzeugt, dass langfristig die Hürtgenwalder Grundschulen in Kleinhau zusammengelegt werden sollten. Zu einer „guten Zentralversorgung“ gehören aus seiner Sicht auch ein Ärztehaus und ein Baumarkt. „Wir müssen alles dafür tun, unsere Gemeinde attraktiv zu halten“, sagt er. Reine „Schlaforte“ solle es niemals geben.

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