Rainer Blum stellt Bilder im „Komm” aus

Von: Heike Eisenmenger
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Das passte wunderbar zusammen: Claus Henry Hüttel untermalte mit Harfenmusik die Ausstellung von Rainer Blum (stehend rechts), die Max Busch (2. von re. stehend) in der Galerie in der Pleußmühle eröffnete. Foto: Heike Eisenmenger

Düren. Der Himmel scheint wie mit Blei überzogen. Die Landschaft wirkt leicht verwaschen, so als ob es gleich wieder zu regnen beginnen würde. Die Landschaftsbilder des Düreners Rainer Blum haben eine melancholische Ausstrahlung.

„Zwei Landschaften”, das ist der Titel der Ausstellung, die aktuell in der Galerie des Komm-Zentrums in Düren gezeigt wird. Noch bis zum 25. September werden die großen und kleinen Bilder des Dürener Künstlers im Jugend- und Kulturzentrum an der August-Klotz-Straße 21 zu sehen sein.

Rund 30 Kunstinteressierte kamen zur Vernissage. Es war eine erfrischende Ausstellungseröffnung, was vor allem daran lag, dass man den Harfenbauer Claus Henry Hüttel eingeladen hatte. Der Dürener untermalte mit Harfenklängen beziehungsweise Liedern aus dem Mittelalter und dem 18. Jahrhundert die Veranstaltung.

Was sehr gut zusammen passte: Die silbrig klingende Harfenmusik und der silbergraue Himmel der Landschaften harmonierten miteinander, gerade im Bezug zur melancholischen Stimmung. „Rainer Blum malt keinen Park, der zum Lustwandeln einlädt, und er malt auch kein berühmtes Bauwerk im Abendlicht oder eine romantisch anmutende Ruine”, sagte Max Busch vom Organisationsteam in seiner Laudatio. „Stattdessen malt Blum weit und breit fast nichts, das heißt: Doch, für uns, die wir zwischen Rübenfeldern und Braunkohletageabbau groß geworden sind, wecken einige seiner Bilder Heimatgefühle”, formulierte es Max Busch in seiner Einführung.

Heimatgefühle

Heimatgefühle wecken die Bilder, die Motive aus der Region zeigen. Dazu zählen unter anderem die großformatigen Bilder „Böschung Innenkippen” oder „Sophienhöhe”, die aus einer Mischung aus Kohle, Nessel, Lehm, Ton und Sand gemalt wurden. Es sind aber aber auch Momentaufnahmen der Landschaft aus der Bretagne, die Blum ausgestellt. „Blums Bilder haben fast eine Froschperspektive, der Bildwinkel ist sehr ausschnitthaft, der Horizont fast hochgeklappt”, beschrieb Busch die Werke des ausgebildeten Steinmetzes aus Gürzenich.

Blum malt die Dinge zwar gut erkennbar, aber nicht naturalistisch. „Alles scheint etwas verhangen.” Er habe eine sehr delikate - auf Erdtöne reduzierte - „gedämpfte Farbpalette” entwickelt, erklärte Busch.

Blum arbeitet mit Fotos und Skizzen. In seinem Atelier in Gürzenich entstehen gegenständliche groß- wie auch kleinformatige Bilder, die auf zwei Etagen in der Galerie in der Pleußmühe zu bewundern sind. Doch nicht nur zu den Bildern gab es Hintergrundinformationen. Auch was die Musik beziehungsweise die Harfe anbetrifft, wurden die Besucher mit spannenden Details versorgt. „Dies hier ist eine Hakenharfe, ein originalgetreuer Nachbau eines Instrumentes aus dem Mittelalter, das im Hessischen Landesmuseum ausgestellt ist”, erläuterte Claus Henry Hüttel. Bei den einfachsten Harfen ist jede Saite für nur einen Ton zuständig. Bei der Hakenharfe kann man jede Saite mittels eines Hakens um eben einen Halbton höher gehen. Man kann das mit einem Klavier vergleichen: Die Haken sind die schwarzen Tasten, die Saiten die weißen.

Mit irischer Folklore und Liedern aus dem frühen und späten Mittelalter zog der Dürener das Publikum in seinen Bann. Was den achtjährigen Simon angeht, der neugierig die Harfe bestaunte, hat der Harfenist offensichtlich keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Als Claus Henry Hüttel den Blondschopf, fragte, ob er es gut fände, wenn er mit der Harfe seine Schule besuchen würde, sagte der Steppke geradeheraus: „Ne, lass mal, ich spiele Schlagzeug.”

Infos zur Galerie und den Ausstellungen stehen im Netz unter http://www.komm-dueren.de. Telefonische Auskunft gibt es unter 02421/189204.
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