Räuberische Erpressung wird nicht geahndet

Von: hp
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Düren. Wegen räuberischer Erpressung hatte sich ein 34 Jahre alter Mann aus Düren vor dem Schöffengericht zu verantworten. In der Anklageschrift wurde ihm vorgeworfen, im zweiten Halbjahr 2011 gleich fünfmal von seiner Mutter jeweils zehn Euro verlangt und diese Forderung mit leichter Gewalt Nachdruck verliehen zu haben.

Danach soll er seine Mutter an den Armen gepackt und in eine Ecke gedrängt haben. In einigen Fällen habe das Opfer an Armen und Gelenken Hämatome erlitten, hieß es in der Anklageschrift weiter.

Der Prozess im großen Sitzungssaal des Dürener Amtsgerichtes, in dessen Verlauf eigentlich ungeklärte Fragen beantwortet und Details geklärt werden sollten, nahm indes ein schnelles Ende. Denn nicht nur der Angeklagte selbst machte von seinem Recht, zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft zu schweigen, Gebrauch.

Auch seine Mutter berief sich auf das ihr Zeugnisverweigerungsrecht, das die Strafprozessordnung nahen Angehörigen einräumt. Zur Begründung sagte sie allerdings, dass ihr Sohn, der damals drogenabhängig gewesen sei, im vergangenen Jahr erfolgreich eine Therapie gemacht habe. Von dort sei er „als ein anderer Mensch zurückgekommen“.

Die Verteidigerin des Angeklagten legte weiter nach und erklärte, dass ihr Mandant wieder in geordneten Verhältnissen lebe und seit dem Sommer auch wieder einer geregelten Arbeit nachgehe. Der Angeklagte beteuerte, er habe früher Fehler gemacht, aber seit der Drogen-Therapie habe er mit der Vergangenheit abgeschlossen.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Peter Lüttgen sprach den 34-Jährigen frei. Dies hatten im Übrigen auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft sowie die Verteidigerin in ihren Plädoyers beantragt. Zur Begründung führte der Vorsitzende Richter aus, dass die eigentlichen Tatvorwürfe zu unkonkret seien und dass andererseits die positive Wandlung anzuhalten scheine.

Der vorliegende Fall zeige auch, dass der Ausstieg aus der Drogenabhängigkeit zwar nicht einfach sei, aber dennoch möglich sei.

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