Radikale Aussagen und Fassungslosigkeit beim Schüler-Theaterstück

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Bei ihrem Stück „Haltestelle. Geister“ zeigten die Schüler des Literaturkurses ihr schauspielerisches Talent. Ordinäre Sprache und humoristische Einlagen begeistern das Publikum. Foto: privat

Niederzier/Merzenich. Der Literaturkurs der Gesamtschule Niederzier/Merzenich hat sein aktuelles Stück „Haltestelle. Geister“ von Helmut Krausser aufgeführt. Die erste Szene wirkte noch spielerisch – Prinzessin Tallulahs Auftritt erweckte den Eindruck, dass ein amüsanter Theaterabend bevorstand.

Doch die Trash-Oper war keine leichte Kost: In ordinärer Sprache, mit kaputten Persönlichkeiten und zum Teil abstoßenden Gedanken brachte das Stück existenzielle Fragen auf die Bühne; man möchte mit den Charakteren des Stücks im richtigen Leben nichts zu tun haben. Symbolträchtige Orte wurden in das Schauspiel eingebunden, wie eine Bushaltestelle als Platz, an dem sich verschiedene Facetten des Lebens sammeln und in ihrer Unterschiedlichkeit kaum vereinbar wirken.

Radikale Aussagen

Die Radikalität der Aussagen und Hoffnungslosigkeit, auch die eingefügten musikalischen Intermezzi, sorgten für eine besondere Stimmung, die trotz zahlreicher humoristischer Einlagen immer auch mit einer gewissen Fassungslosigkeit verbunden war. Dem Literaturkurs gelang es, die provozierenden Inhalte überzeugend auf die Bühne zu bringen.

Vor allem Nina Klein als Prinzessin Tallulah, Fadil Murseli als Pillendreher Rico und Kai Bednarek, der einen älteren Mann verkörperte, ragten aus dem Ensemble heraus. Zudem beeindruckten Theo Schütt und Simone Reibel, die ein Ehepaar spielten, deren Beziehung sich nur aus Gewaltfantasien speist. „Ihre Präsenz war schon bemerkenswert“, lobte der Kursleiter Thomas Metz.

Am Ende des Stücks mischten sich Geister unter die Lebenden und diskutierten die Frage nach dem Sinn des Lebens. Spätestens hier merkten die Zuschauer, dass alle verbalen Übertreibungen und Auswüchse des Stücks einem ernsthaften Ziel dienten: Der Suche nach einer Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens im Trash-Gewand.

Der Literaturkurs bewältigte den Spagat zwischen unterhaltsamen Schauspiel und Ernsthaftigkeit und wurden von den zahlreichen Zuschauern mit großem Applaus bedacht. „Die Schüler haben in der Umsetzung meine Erwartungen übertroffen“, resümierte der Kursleiter.

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