„Rabattschlacht der Discounter gefährdet Arbeitsplätze”

Letzte Aktualisierung:

Kreis Düren. „Ich halte es für einen Irrsinn, dass Aldi, Lidl & Co. schon wieder die Preise senken!” Mit scharfer Kritik reagiert der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Düren, Franz Josef Kügelgen, auf die neuerliche Rabattschlacht der Discounter, die mit der siebten Welle von Preissenkungen um bis zu 30 fortgesetzt wird.

Der Anteil der Ausgaben für Nahrungsmittel an den gesamten Konsumausgaben nehme seit Jahren ab. „Wenn dieser Trend so weiter geht, verlieren Lebensmittel immer mehr ihren Wert und damit auch die Arbeit, die dahinter steckt”, meint der Vorsitzende.

Dabei habe erst kürzlich eine Untersuchung des Instituts für Handelsforschung (IFH) an der Universität Köln gezeigt, dass 78,4 Prozent - also mehr als drei Viertel - der Verbraucher, darauf Wert legen, dass die Umweltverträglichkeit und sozialen Standards bei der Herstellung von Lebensmitteln eingehalten werden.

„Und das machen die Landwirte aus unserer Region: Sie wirtschaften unter hohen Umweltschutz-, Tierschutz und Sozialstandards”, betont der Vorsitzende und verweist auf die Leistungen, die Verbraucher von den Landwirten in der Kreisbauernschaft Düren erhalten.

„Wenn die Verbraucher auf ihren Teller sehen, finden sie qualitativ hochwertige und kontrollierte Lebensmittel vor. Wenn sie mit dem Fahrrad einen Ausflug machen, erleben sie gepflegte Äcker, Weiden und Wälder.” Darüber hinaus seien die Lebensmittel auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern in Deutschland günstig, sagt der Vorsitzende.

Der Anteil der Ausgaben für Nahrungsmittel an den Konsumausgaben nimmt seit Jahren ab. Im Jahr 2008 gaben private Haushalte in Deutschland nur noch 11,4 Prozent ihrer Konsumausgaben für Nahrungs- und 3,2 Prozent für Genussmittel wie alkoholische Getränke und Tabakwaren aus. Von einem Euro für Nahrungsmittel erhält der Landwirt heute nur noch 23 Cent. In den 1970er Jahr war der Anteil noch doppelt so hoch.

„Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt und die Erzeugerpreise weiter sinken, werden landwirtschaftliche Betriebe in ihrer Existenz gefährdet und Arbeitsplätze auch im Kreis Düren vernichtet”, befürchtet der Kreisbauernvorsitzende. Kügelgen appelliert deshalb an die Verbraucher, Erzeugnisse aus der Region zu kaufen, um die heimische Landwirtschaft zu unterstützen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert