„Quintett West“ spielt sanfte Balladen und stürmische Stücke

Von: Bruno Elberfeld
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Das „Quintett West“ - Stefan Michalke, Christoph Fischer, Konstantin Wienstroer, Christoph Freier und George Tjong-Ayong (v.l.) – spielte im neugestalteten Veranstaltungsraum im Haus der Stadt. Foto: bel

Düren. Musik ist und bleibt eine individuelle Interpretationssache. Viele bevorzugen Jazz aus den Zeiten eines Louis Armstrong oder Oscar Petersen, andere haben sich aber auch in den Sound von „Modern Jazz“, dem modernen Jazz, eingehört.

Gewiss gilt es da, wie beim Konzert von „Quintett West“, die Melodien zu finden, die beim „alten Jazz“ direkt ins Ohr fanden. Das kostete die Gäste im neu eingerichteten Schankraum im Haus der Stadt gewiss eine gewisse Anstrengung.

Das „Quintett West“ besteht aus fünf Musikern, so erzählen die Mitglieder gern, die sich vor einiger Zeit mehr oder weniger zufällig für einen Auftritt zusammengefunden hatten. Die Musik stimmte, die Chemie stimmte, also blieb man zusammen und gründete „Quintett West“, eine Formation, mit der sie erfolgreich unterwegs sind. Wie jetzt auf Einladung der Cappella Villa Duria (CVD) im Haus der Stadt.

George Tjong-Ayong, Saxophon, Christoph Fischer, Trompete/Flügelhorn, Stefan Michalke, Klavier, Konstantin Wienstroer, Bass, Christoph Freier, Schlagzeug, haben etwas Besonderes: Sie komponieren ihre Stücke selbst. Meist sind es Stefan Michalke, Christoph Fischer und George Tjong-Ayong, die ihre Ideen auf Papier bringen, oft entstehen Kompositionen aber auch in Gemeinschaftsarbeit im Probenraum. Das Programm im Haus der Stadt war eine Mischung aus dynamischen, auch lauten Stücken im Wechsel mit sanften Balladen.

Die Männer starteten mit „Westwind“, einem Werk, das einige Männer und Frauen am Anfang auf ein traditionell aufgebautes Stück hoffen ließ. Weit gefehlt. Das Saxophon übernahm die Führung, setzte sich durch, setzte harte Akzente. Der Wechsel zum Trompetensolo gelang fließend. Ungewohnte Tonfolgen ließen aufhorchen.

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Beim Song „This Blues is meiner“ gerieten Schlagzeug und Saxophon in einen intensiven Dialog, wurden aber bald abgelöst vom Klaviersolo, bei dem Michalke alle 88 Tasten weidlich ausnutzte.

Bei „Regensommer“ lag ein intensiver Hauch von Melancholie über dem Ganzen. „Miss Orleans“ ist eine Hommage an die Jazzstadt New Orleans in den USA und ein Kompromissangebot an die Anhänger des älteren Jazz.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich schon gezeigt, dass jeder Einzelne auf der Bühne in harmonischer Einheit mit seinem Instrument ein hervorragender Solist war. Es folgten stürmisch-dynamische Stücke mit „Aufweckpotenzial“. Verwirrende Taktfolgen, aufregende Hektik – wohl alle ein Spiegel unserer Zeit. Doch vergessen hatten die Musiker-Komponisten nicht die Stille. „Still“ heißt deshalb still, „weil es eine stille Ballade ist“, machte der Tondichter dieses Werks, Stefan Michalke, den Versuch einer Erklärung.

Ein recht langsamer Blues ließ die Hörer träumen. Wie leise ein Schlagzeug sein kann, demonstrierte Christoph Freier bei „Interlude“. Nur zart kamen die Drums daher, nur in der Nähe gut zu vernehmen.

Der Cappella Villa Duria ist mit dem Konzert von „Quintett West“ wieder einmal ein guter Wurf gelungen.

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