Queck spielt in der Champions League

Von: Christoph Lammertz
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Arbeit am nächsten Großauftr
Arbeit am nächsten Großauftrag: In den Lendersdorfer Werkhallen von Stahlbau Queck entsteht derzeit eine Stahl-Glas-Konstruktion für die aufwändige Überdachung der Autobahn bei Köln-Lövenich. Foto: Lammertz

Lendersdorf. Es war eine Saison zum Zungeschnalzen. Toller Kombinationsfußball, wunderschöne Tore - der spätere Deutsche Fußballmeister Borussia Dortmund hat seinen Fans wahrlich Anlass zur Euphorie gegeben.

Und in schöner Regelmäßigkeit kam es auf den Rängen zu Szenen, bei denen Sportreporter gerne davon sprechen, dass das Stadion bebt. Machte es natürlich nicht, auch dank Wertarbeit aus Düren. Das ehemalige Westfalenstadion, heute Signal-Iduna-Park genannt, zählt zu den vielen Renommee-Projekten in der Firmengeschichte von Stahlbau Queck.

Seriensieger

Mit den Fußballern aus Dortmund verbindet das mittelständische Unternehmen mit Sitz an der Industriestraße in Lendersdorf aber noch etwas: Beide spielen in der Europäischen Champions League. Wobei Stahlbau Queck in seiner Branche zu den Seriensiegern gehört: Nach 2005, 2007 und 2009 gewann das Unternehmen in diesem Jahr zum vierten Mal den Europäischen Stahlbaupreis. Im Oktober wird diese hohe Auszeichnung in Berlin vergeben. Queck erhält sie für die bisher spektakulärste und finanziell bedeutendste Arbeit des Unternehmens: den Stahlbau für Tribünen und weitere Gebäude der jüngsten Formel-1-Strecke auf Yas Island in Abu Dhabi.

„Wir sind zufrieden”, sagt Queck-Geschäftsführer Ingo Miletic erstaunlich nüchtern. In den zurückliegenden Jahren habe man sicher einiges richtig gemacht „und auch ein wenig Glück gehabt, bei den richtigen Aufträgen dabei zu sein”. Was natürlich kein Zufall ist. Queck hat sich in der Baubranche einen glänzenden Namen erarbeitet. In Architektur, Sportstätten-, Anlagen- und Hallenbau. So liefern die Dürener ihre Stahlbaukonstruktionen genauso für Kraftwerke wie für herausragende architektonische Projekte. Dazu zählen zum Beispiel der Posttower in Bonn, das Science-Center in Wolfsburg, das Porsche-Museum in Stuttgart und die Philharmonie in Luxemburg. Für die Fassadengestaltung dieser Konzerthalle erhielt Queck 2005 zum ersten Mal den Europäischen Stahlbaupreis.

Derartige Erfolge sind nur mit Wertarbeit in den großen Werkhallen an der Industriestraße zu erreichen. 91 Schweißer, Schlosser und Monteure sichern dort die Qualität, für die die Queck-Produktionen bekannt sind. Bevor es in den Werkhallen an die Produktion geht, haben die 47 Ingenieure und Techniker bei Queck ihre Arbeit getan. Ihre Kreativität und Innovationsfreudigkeit ist es, die das Dürener Unternehmen seit Jahren in der Spitze der Branche hält. Um diese Stärke des Unternehmens langfristig zu sichern, arbeitet Queck eng mit den umliegenden Hochschulen zusammen.

„Wir geben regelmäßig jungen Ingenieuren die Chance, bei uns ein Trainee-Programm zu absolvieren. Wir profitieren von dem frischen Know-how, und die jungen Leute können sich bei uns für eine Weiterbeschäftigung empfehlen”, erklärt Geschäftsführer Miletic. Seit 1999 leitet er das Unternehmen, das seit 2006 zum Firmenverbund Hutter & Schratz AG (Wien) gehört. Seit dieser Zeit steigen die Jahresumsätze der Firma kontinuierlich um etwa 15 Prozent. Auch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat diese Entwicklung nicht negativ beeinflusst. „Glücklicherweise hatten wir vor der Krise große Auftragseingänge, insbesondere im Kraftwerksbau”, berichtet Miletic.

Und der viel zitierte Aufschwung? „Auch den spüren wir noch nicht wirklich”, sagt der Geschäftsführer. In der Baubranche gebe es nach wie vor Zurückhaltung. Doch obwohl die großen Projekte nicht wie Pilze aus dem Boden schießen, hat Queck nach der Formel-1-Strecke in Abu Dhabi (Auftragsvolumen: 50 Millionen Euro), dem Porsche-Museum, einem Flugzeughangar für Air Berlin in Düsseldorf und weiteren Großaufträgen mit der Überdachung der Autobahn bei Köln-Lövenich erneut einen Auftrag mit einem Volumen im höheren zweistelligen Millionenbereich an Land gezogen.

„Er macht für zwei Jahre etwa 25 Prozent unserer angestrebten Jahresumsätze aus”, freut sich Miletic über ein gewisses Maß an Sicherheit. Und blickt schon weiter nach vorne: Bei den Stadionbauten für die Fußball-WM 2022 in Katar wäre er mit Queck gerne dabei. Die Chancen, davon darf man ausgehen, stehen sicherlich gut.

Vor 49 Jahren in Birkesdorf gegründet

Die Firma Queck wurde 1962 von Claus Queck in Birkesdorf gegründet. Damals lieferte Queck der anliegenden Industrie Sondermaschinen. 1964 folgte der Umzug nach Lendersdorf. Die Geschäftsführung entschied, die neue Produktionshalle von der Belegschaft selber bauen zu lassen. Daraus entwickelte sich das stärkste Produkt der Firma: der Stahlbau.

Das Unternehmen hat heute 153 Mitarbeiter (47 Ingenieure und Techniker, 15 Kaufleute, 91 Schweißer, Schlosser und Monteure), hinzu kommen zehn Auszubildende. Queck hat eine Jahresproduktionskapazität von 15.000 Tonnen Stahl. Mit einem Umsatz von 54 Millionen Euro 2010 und regelmäßigen Steigerungsraten von mehr als 15 Prozent sei Queck „ein gesundes mittelständisches Unternehmen”, sagt Geschäftsführer Ingo Miletic.

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