„Purer Wahnsinn“: Ein Schulkonzert mit großer Show

Von: Bruno Elberfeld
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Das IP Konzert am Stiftischen Gymnasium ließ die Zuhörer und die Lehrer in den höchsten Tönen schwärmen. Foto: Bruno Elberfeld

Düren. 40 Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs des Stiftischen Gymnasiums in Düren liefern mit ihrem Instrumental-Praktischen-Konzert eine begeisternde Show. Selbst gedrehte Kurz-Videos sorgten bei den Zuschauern für Erheiterung.

„Da haben sich bei mir doch tatsächlich die Haare gekräuselt“, gestand ein Mann mittleren Alters in der Pause nach dem ersten Teil des Instrumental-Praktischen Konzertes (kurz IP) in der Aula des Stiftischen Gymnasiums. „Kein Wunder“, erwiderte sein „Vis à vis“, „da folgt ja eine Granate auf die andere.“ So gehört beim IP Konzert der Q1 des Stiftischen Gymnasiums unter der Leitung von Markus Mönkediek.

Was die über 40 jungen Frauen und Männer auf der ehrwürdigen Bühne aber auch losließen, war schon besonders. Der stellvertretende Schulleiter Ulrich Meyer griff am Schluss des Konzerts die Aussage eines Schülers zu Beginn der Veranstaltung noch einmal auf. „IP Total – die beste Show der Welt“, hatte der junge Mann versprochen. „Das ist purer Wahnsinn“, versuchte Meyer seine Begeisterung rüberzubringen, „das ist so noch nie da gewesen. Das ist tatsächlich die beste Show der Welt.“

Meyer drückte mit diesen Sätzen die Empfindungen vieler Gäste aus. Gleich ab den ersten Songs – unter ihnen „Bonfire“, „How to save alive“, „Spirits“ – sprühten die Funken zwischen Akteuren und dem Publikum hin und her. Eine bisher so nicht gekannte Stimmung griff um sich, machte sich in fröhlichen Kommentaren Luft und hielt selbst in der Pause noch beim Anstehen nach Getränken an.

Der Beifall steigerte sich bis zum Schlusslied, Muskelkater für die Trommelfelle war angesagt. Immer wieder verwunderlich, wie sich die Musiker zwischen den Stücken auf einer nahezu dunklen Bühne zurechtfanden, das richtige Instrument in den Händen hielten und auf dem vorgesehenen Platz standen.

Ganz neu war in diesem Jahr die rote Couchecke. Hier wurden nach Art von TV-Talkshows fiktive Gespräche mit auftretenden „Gastsängerinnen und -sängern“ geführt. Diese Interviews, gespickt mit Witz und Humor, legten hier und da die Oberflächlichkeit des Show-Business´ offen.

„Leer“ – ein Song über die ungeheure Leere, die einen Menschen ergreift, wenn er nichts mehr fühlt. Es ist der Lebenslauf eines „Scheiße-Bauers“, der alles vermasselt und vielen Zeitgenossen „mit mehr als einem Gesicht“ begegnet. Die jungen Talente präsentierten sich, begabt mit ausdrucksvollen Stimmen, als Könner mit ihren Instrumenten und der Fähigkeit, in die Rolle des Sängers und der Sängerin hineinzuschlüpfen, denen sie Stimme und Figur liehen.

Harte Themen wie Flucht, Asyl und Rassismus wurden nicht ausgespart. Einige Darsteller in dunklen Gangsteroutfits rappten sich perfekt in die Rollen der Bösen und Dunklen. Hier ergänzten sich Choreografie, Mimik und Gestik zu einer erstaunlichen Harmonie. Die Texte einiger Songs griffen die täglichen Nachrichten auf: das Verrecken auf der Flucht, das Ausgegrenztwerden in europäischen Ländern, Zäune um Europa.

„Ex‘s and Oh‘s, eine Augen- und Ohrenweide, die die Gäste rasen ließen. „Jolene“, „Schrei nach Liebe“, „Wonderfull“. „Oft gefragt“ – ein Danklied für alle Mütter in der Aula und draußen. Die Menschen waren fröhlich ergriffen von „Growing up“, „Feel good ink“, „Adventures of Raindance Maggie“. Der zugehörige Kommentar zum letzten Titel aus dem Kreis der Moderatoren: „Jeder hat seinen eigenen Maggi!“ Das leise Keyboard begleitete den „Klangkörper“ von Adele. „Der letzte Tag“ läutete eine Reihe von Zugaben ein. Pfeifen, Schreien, Klatschen waren Lohn für die tollen Leistungen der Schüler des 11. Jahrgangs im IP Konzert unter der grandiosen Leitung von Markus Mönkediek. In der Aula sah der Beobachter den Spruch „Sie waren außer Rand und Band“ Gestalt annehmen. „Wavin‘ Flag!“ der allerletzte Song – Applaus pur, laut und begeistert.

Im Übrigen nicht zu vergessen: Die Schülerinnen und Schüler schoben während der Veranstaltung immer wieder selbst gedrehte Kurz-Videos ein, die für allgemeine Erheiterung sorgten.

Auf ein gedrucktes Programm hatten die Akteure verzichtet, um die Spannung im Publikum zu erhöhen. Auch die Namen der Darsteller wurden nicht veröffentlicht, denn „Das Team ist bei uns der Star“, hieß es.

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