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Pumpspeicherwerk: Große Unsicherheit und viele offene Fragen

Von: smb/ja
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Das Einlaufbauwerk für das Pumspeicherkraftwerk Rursee soll im Bereich des Schilsbachtales gebaut werden. Fotomontage: Trianel

Nordeifel/Köln. Die CDU-Fraktion im Regionalrat wird einen Forderungs- und Fragenkatalog an den Stadtwerkeverbund Trianel stellen, der am Rursee ein Pumpspeicherwerk plant. Fraktionsvorsitzender Stefan Götz sprach nach der Klausurtagung von „großen Unsicherheiten vor Ort“.

Freitag und Samstag hatten sich die Christdemokraten in der Eifel informiert und mit Gegnern und Befürwortern des Projektes ausgetauscht. Die Fragen und Forderungen beziehen sich unter anderem auf die Strömungsverhältnisse, die Infrastruktur und die Pegelabsenkung während der Bauzeit, die Ausgleichszahlungen für die Wassersportler, auf die Prüfung der sogenannten „See in See“-Lösung sowie anderer Zuflussmöglichkeiten.

„Klare Aussagen von Trianel“ zu diesen Punkten erwartet die CDU-Fraktion bis zur Regionalratssitzung am 15. März. Dann entscheiden die Politiker über eine Änderung des Regionalplanes. Sie entscheiden, ob da, wo jetzt Wald, Wiesen und landwirtschaftliche Flächen sind, ein Oberbecken entstehen darf. Sollten die Antworten und Auskünfte „nicht zufriedenstellend sein“, könnte es sein, dass die Entscheidung vertagt werde, sagte Götz. Die FDP-Fraktion im Regionalrat hatte bereits angekündigt, diese Vertagung wegen vieler offener Fragen zu beantragen. CDU und FDP haben zusammen die Mehrheit.

Zweifel nicht ausgeräumt

Derweil hat sich der SPD-Unterbezirk Düren bei einer Klausurtagung am Samstag gegen die Einleitung einer Regionalplanänderung ausgesprochen. „Wir müssen feststellen, dass bis zum heutigen Tage wichtige kritische Fragen, die von den Städten Heimbach und Nideggen, vom Kreis Düren, der Bürgerinitiative „Rettet den Rursee“ und vom Wasserverband Eifel-Rur gestellt wurden, vom Antragssteller Trianel nicht in ausreichender und zufriedenstellender Weise beantwortet worden sind“, erklärte der SPD-Vorstand. „Auf dieser unzureichenden Grundlage können Zweifel an der ökologischen, touristischen und wasserwirtschaftlichen Verträglichkeit nicht ausgeräumt werden.“ Dies mache eine verantwortbare positive Entscheidung zur Einleitung der für die Errichtung des Pumpspeicherwerks notwendigen Regionalplanänderung unmöglich.

Es sei zwar richtig, dass sich die Regionalplanänderung nur auf den Obersee beziehe und die offenen Fragen zum eigentlichen Bauwerk und zu den Auswirkungen auf den Rursee erst in einem späteren Planfeststellungsverfahren geklärt werden müssen, allerdings lägen die späteren Verfahren nicht mehr im Bereich der politischen Mitbestimmung. Aus diesem Grund misst die Kreisdürener SPD der jetzt vorgesehenen Regionalplanänderung eine grundsätzliche Bedeutung zu. Alle im Raum stehenden Fragen müssten deshalb eindeutig vor der Entscheidung zur Regionalplanänderung durch belastbare Gutachten beantwortet werden.

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