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Pumpspeicherkraftwerk: Ein Thema, viele Meinungen

Von: Andreas Gabbert und Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:
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CDU-Fraktionsvorsitzender Gerd Linden war als Nikolaus zur Trainel-Informationsveranstaltung in die Hausener Burg gekommen, um gegen den Bau des Pumpspeicherkraftwerks zu reden. Foto: Sistemich
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Auch Nideggens Bürgermeisterin Margit Göckemeyer gehört zu den Unterzeichnern des Aufrufs. Foto: Gabbert

Schwammenauel. Ursula Freifrau von Gagern aus Vlatten sagte am Mittwochabend in Hausen: „Wir können noch viele Sitzungen abhalten, ohne zu einer Lösung zu kommen. Sie wollen das Pumpspeicherkraftwerk bauen, wir wollen es nicht haben. Ich hoffe, dass Sie mitnehmen, dass hier Bürger sitzen, die in und von der Region leben und deshalb dieses Projekt nicht wollen.“ Dessen Leiter, Dr. Christoph Schöpfer, antwortete: „Ich nehme dies mit. Aber es gibt in der Region nicht nur Gegner, es gibt auch die, die das Projekt konstruktiv-kritisch begleiten.“

Im Saal der Hausener Burg waren sie in verschwindend geringer Anzahl vertreten, als Dr. Schöpfer die neuen Überlegungen der Netzanbindung des Pumpspeicherkraftwerks der Bevölkerung vorstellte und mit den rund 50 Personen über die neue Erdkabelvariante durch das Heimbacher Stadtgebiet Richtung Vlatten und andere Aspekte des Trianelprojektes diskutierte.

Es ging sachlich wie emotional zu. Und es gab hohen Besuch: Der Nikolaus erschien. Gerd Linden, CDU-Fraktionsvorsitzender im Heimbacher Stadtrat,  hatte sich als Nikolaus verkleidet und überbrachte den Vertretern von Trianel nicht nur nur kleine Schokoladen-Nikoläuse mit einem „Rettet den Rursee“-Aufkleber, sondern las ihnen auch die Leviten: „Auf dem Wunschzettel der hiesigen Menschen steht: Möge der Rursee so bleiben wie er ist, möge das Pumpspeicherkraftwerk, dieses wahnsinnige Projekt, nie gebaut werden.“ Der Nikolaus trug dann sich in die Unterschriftenliste der Bürgerinitiative ein und zog von dannen.

Stunden zuvor hatte sich im Rathaus der Gemeinde Simmerath auch die Bürgermeisterin der Stadt Nideggen eingefunden. Magrit Göckemeyer gehörte zu den Unterzeichnern eines Aufrufes, den unter anderem Oliver Krischer, Dürener Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, verfasst hatte. In dem Schreiben unter dem Slogan „Pumpspeicherkraftwerk am Rursee – eine Chance für unsere Region und eine Notwendigkeit für die Energiewende“ werben neben Krischer, Landtags- und Bundestagsabgeordneten aus der Städteregion auch der Dürener MdB Dietmar Nietan (SPD) sowie die Dürener MdL Gudrun Zentis (Grüne) und Peter Münstermann (SPD), Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns und Städteregionsrat Helmut Etschenberg dafür, „jetzt gemeinsam den Mut zu haben, die Energiewende mit Maßnahmen im Eifelraum einzuleiten“.

Einen Tag, nachdem der Nideggener Rat den Bau des Kraftwerks abgelehnt hatte, begründete die parteilose Bürgermeisterin ihre Haltung: „Ich werde natürlich das Nein des Rates natürlich weiterleiten, aber ich persönlich befinde mich weiter in Meinungsbildungsprozess. Deshalb habe ich den Aufruf zur unterschrieben. Auchnwill ich verhindern, dass die Stadt keinen Einfluss mehr während des Verfahrens ausüben kann.“

Nideggens CDU-Fraktionsvorsitzender Markus Fischer meinte zur Unterschrift Göckemeyers: „Dafür fehlt mir jedes Verständnis. Nimmt sie die Befrüchtungen der Bevölkerung nicht ernst?“ Sein Pendant von den Unabhängigen, Norbert Klöcker, befand: „Man kann die Unterschrift akzeptieren. Der Meinungsbildungsprozess unserer Fraktion ist noch nicht soweit, dass wir uns positionieren. Deshalb haben wir Dienstag an der Abstimmung nicht teilgenommen.“

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