Pulverdampf und Grollen aus alten Büchsen

Von: Hannes Schmitz
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Warum mit der Playstation spielen, wenn sich Jungen und Mädchen auch um das Lagerfeuer versammeln können. Um den Nachwuchs brauchen sich die Trapper keine Sorgen zu machen. Foto: Hannes Schmitz
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In den schönsten Kostümen und mit einem Lächeln im Gesicht gingen Mann und Frauen zum Tanz. Foto: Hannes Schmitz
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Im Wilden Westen wurde auch zur Gitarre gegriffen. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Der Wilde Westen lag am Wochenende im Dürener Süden. Zwischen Weiß-Zelten und Tipis entwickelte sich über drei Tage ein zünftiges Westerntreffen. Ein imposantes Zeltdorf entstand am Wibbelruusch, in dem sich viele Siedler, Cowboys, Soldaten oder Trapper aus dem ehemals guten alten Europa niedergelassen hatten.

Die Blechkutschen oder Stahlrösser am Straßenrand verrieten es mehr als deutlich: Der „Kentucky Muzzle Loaders Club“ veranstaltete sein traditionelles Meeting. Amerikanische Geschichte aus Zeiten des Unabhängigkeits- und der Sezessionskriege lebte am Rande von Burgau auf. So authentisch wie möglich wurde von einigen hundert Teilnehmern versucht, in das Lebensgefühl jener Zeit einzutauchen und die negativen Aspekte auszuschalten.

Da träumten Holländer von der Zeit, als New York noch New Amsterdam hieß, Franzosen hatten Uniformen an, die an Marie-Joseph Motier, Marquis de La Fayette, einen französischen General im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, erinnerten. Da schlenderten Trapper, Siedler, Cowboys, Soldaten oder Gesetzeshüter durch das Camp, stärkten sich im Open-Air-Saloon mit dem, was man so im Western-Alltag braucht.

Lagerfeuerromantik pur, dann wieder verbale Scheingefechte, wenn sich die „Grauröcke“ der Südstaaten über die „Blauröcke“ lustig machten oder „Schmähgesänge“ anstimmten, Tanzabende mit Western- und Country-Musik von „Mark Merritt“ und „Wild Bunch“ fröhliche Stimmung zauberten und niemand sich an der derben, nach Feuer riechenden Lederkleidung störte, und alle Gentlemen die Kostüme der Ladies bewunderten, die oft selbst genäht waren.

Das Leben im Dorf wurde begleitet vom Dröhnen der abgefeuerten Schüsse aus den Vorderladern und anderen Waffen wie Pistolen und Revolvern. Schließlich gab es auch eine sportliche Blickrichtung. Und so zog Pulverdampf über den Burgauer Wald, wenn die Schwarzpulver-Schützen loslegten, ohrenbetäubender Lärm in der Schießhalle auf dem Gelände des Clubs für Jagd- und Sportschießen (CJS), der auch als Donnergrollen über das Naherholungsgebiet hinweg zog. Ein spannendes Spektakel, wenn die Schützen ihre Waffen stopften, die bei den Vorderladern alten Originalen entsprechen mussten und „staatlich beschossen“ waren. Da wurde auf den laufenden Büffel gezielt, die Entfernungen variierten zwischen 25 und 50 Metern. Konzentration war gefragt, denn schließlich ging es um den Ehrenpreis der Stadt Düren, den „Bronzenen Büffel“, gestiftet von Bürgermeister Paul Larue.

Bevor aber im Süden der Stadt „Wildwest-Atmosphäre“ entstehen konnte, musste Einiges geleistet werden. Präsident Klaus Dieter Wirtz und sein Vize Karl Kreppert waren vor der Veranstaltung im Dauerstress. Nur einem „Fähnlein der sieben Aufrechten“ war es zu verdanken, dass „der Pulverdampf in Düren“ überhaupt aufsteigen kann.

Auch der Treck der Blech-Tipis, wie die Wohnmobile oder Wohnwagen der holländischen Wildwestfreunde genannt werden, brauchte Platz in der „Plastic-City“, wo das Moderne das Ursprüngliche ein wenig in den Hintergrund treibt. Aber: Ziel in den nächsten Jahren sei es, nur noch „Weiß-Zelte“ zuzulassen, erklärte der Präsident in seiner „Zelt-Suite“ im Siedlergewand.

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