Düren - Pulsierende Disco-Beats und klassische Melodien im Haus der Stadt

Pulsierende Disco-Beats und klassische Melodien im Haus der Stadt

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Das Odyssey Dance Theatre bot im Haus der Stadt eine akrobatisch geprägte Show.

Düren. Ein Crossover „Tanzabend“ im Haus der Stadt beim Gastspiel des Odyssey Dance Theatre. Da wirbelten tänzerisch begabte Akrobaten über die Bühne, oder waren es akrobatisch begabte Tänzer?

Auf der Bühne entwickelte sich ein fulminanter Streifzug durch die Welt des Tanzes zur Musik alter Meister bis hin zur Disco-Welle der 70er Jahre. Mozart, Beethoven und Vivaldi erklangen und der dröhnende „Helium-Sound“ der Bee Gees mit dreistimmigen Falsettgesang und pulsierenden Disco-Beats lockerte nicht nur die Stimmung.

Etwas Ratlosigkeit herrschte in der Pause, waren doch viele gekommen, um das „Dance Fever“ jener Zeit noch einmal zu erleben, jenes Kristall-Kugel-Zeitalter, das sich in Düren im „Airport“ erleben ließ. Doch als sich der Vorhang zu Show hob, stob zunächst die „Clean-up Crew“ über die Bühne, Reinigungspersonal, welches mit Wischen begann und dann zu einem „Stepp-Ensemble“ wuchs, das ohne Musik einen erstaunlichen Rhythmus zauberte und sich der Stepp-Klang der Metallplatten unter den Schuhen zu einem irren Sound verdichtete. Eine kleine Unebenheit in der Darbietung war lediglich, als man sich bei „I‘m singing in the Rain“ nicht entscheiden konnte, ob Parodie über oder Reminiszenz an Gene Kelly.

Die Choreographie „Solimbula“ zu Beethovens Musik unterstrich die Schönheit und Schlichtheit, Anmut und athletische Kraft eines geschmeidigen Paartanzes, fesselte und packte das Publikum, das sich in starkem Beifall Luft verschaffen musste. Lebendigen Widerhall fanden auch die weiteren Tanzgeschichten, die das Ensemble überwiegend ästhetisch, spannungsreich und kreativ erzählte. Von allem, was der Tanz zu bieten hat, zeigte die Tanzkompanie aus den USA etwas.

Anmut und Grazie

Anmut und Grazie des klassischen Tanzes erreichten zwar nicht immer Ballett-Niveau, umso stärker aber ihre Ausdrucksvielfalt beim „Modern Dance“ mit allen Facetten, die er beinhaltet. Da kamen Tanzlust und der leidenschaftliche Charme zur Geltung, machten die Auftritte zu einem explosiven Gemisch.

Nach der Pause waren auch alle die zufrieden, die in der Disco-Welle von einst in jungen Jahren schwammen und von der Bee Gees-Mania vielleicht noch immer angesteckt sind. Kaum erklangen die ersten Takte, tanzten schon einige im Saal, setzten sich aber wieder, als die Show der Akteure in voller Ensemblestärke begann und eine Flut von choreographischen Einfällen in fulminante tänzerische Aktionen mündete, die hohe koordinative, konditionelle und mentale Anforderung an die Compagnie stellte, die nicht alle zu jeder Zeit erfüllten. Doch die kleinen Fehler fielen nicht unbedingt ins Gewicht, irritierten allenfalls ein wenig die Zuschauer, die aber großzügig darüber hinweg sahen und die Gruppe überschwänglich feierten.

Das Publikum war jedenfalls bester Stimmung, begeistert von der Ausdrucksstärke und Dynamik des Ensembles und dankte den akrobatischen Tänzern mit Ovationen.

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