Psychologischer Vorteil für Generali Haching?

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:
evivo
Michael Olieman

Düren. Max Günthör sind die zehnminütigen Pausen bestens bekannt. Schließlich spielte der Mittelblocker von Generali Haching eine Saison bei Evivo Düren. In jedem Heimspiel des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren ist es Usus, dass nach dem zweiten Satz die Spieler zehn Minuten bis zum nächsten Aufschlag warten müssen.

Am Samstag kam die Pause den Gästen aus Oberbayer recht: „Sie hat uns gut getan”, schmunzelte der 2,08 Meter große Aktive. Die Gäste zogen sich in ihre Kabine zurück, und Trainer Mihai Paduretu erinnerte seine Schützlinge am Abend zweiten April-Samstag an den Nachmittag des ersten März-Sonntags: „Auch in Halle haben wir 0:2 zurückgelegen, und wir haben die Partie noch gedreht”, sagte der Coach. Seine Worte fanden bei seinen Schützlingen Gehör: „Wir wussten, dass wir die Partie noch drehen können”, schmunzelte Günthör weiter. Er und seine Mitspieler setzen ihr Wissen in die Tat um.

Sven Antons Worte hatten so gesehen in der Pause ihre Wirkung verfehlt: „Ich habe meinen Jungs gesagt, jetzt können die Hachinger noch länger an ihren 0:2-Rückstand denken.”

Die zehnminütige Pause während den Spielen Evivos: Nicht nur Günthör sprach auch den 6000 Sekunden einen gewissen Anteil am Umschwung zu, auch ein Evivo-Akteur hätte lieber den Schwung der beiden gewonnenen Sätze ohne Unterbrechung mit in den dritten Abschnitt genommen: „Ich habe es schon immer gesagt, dass diese Pause ein Unding ist. Wir sollten sie schleunigst abschaffen.” Hachings Coach Paduretu hielt sich bedeckt, schmunzelte zwar, verwies aber auf die internationalen Gepflogenheiten: „Im Ausland gibt es sie nicht. In Deutschland sollten wir da mitziehen.”

Klar war allen Beteiligten, dass die Spielunterbrechung nicht der Grund war, warum Evivo die Begegnung noch aus der Hand gab (wir berichteten). „Evivo”, sagte beispielsweise Stefan Hübner, der Weltklasse-Mittelblocker, „kann mit dieser Mannschaft oben mitspielen, aber Haching und Friedrichshafen sind besser.”

Nun betonen alle Verantwortlichen und Spieler bei Evivo, dass sie am Mittwoch alles daransetzen, mit einem Sieg in Haching das zweite Heimspiel in der Halbfinalserie zu erzwingen. Und diese Ankündigung nehmen die Oberbayern durchaus ernst.

„Am Mittwoch geht es wieder bei 0:0 los. Im Volleyball ist alles möglich. Wir müssen bis zum Schluss kämpfen. Das ist unsere Aufgabe”, sagte der Trainer von Generali Haching. Wie ernst die Ambitionen der Oberbayern sind, verdeutlichte aber auch eine Szene am Rande des Pokalfinals in Halle/Westfalen. Nach Siegerehrung und Pressekonferenz, nach dem offiziellen Teil also, sinnierte Mihai Paduretu, dass Generali Haching durchaus den VfB Friedrichshafen, den Abonnementstitelträger, als Meister ablösen wolle.

Damit ist klar: Generali wird nicht glauben, mal locker leicht den dritten Sieg über Evivo einfahren zu können: „Wir unterschätzen Düren nicht”, meinte denn auch Max Günthör. Und dennoch sieht Paduretu sein Team nicht nur psychologisch im Vorteil: „Wir haben zwar keinen Spieler wie Christian Dünnes, aber wir sind als Team besser besetzt. Und das macht den Unterschied.”
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