Prozess um nächtliche Auseinandersetzung am Hoeschplatz lässt Fragen offen

Von: hp
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Düren. Das Ende einer kurzen Liebesbeziehung zwischen einer jungen Frau aus Düren und einem 31-jährigen, in einem niederländischen Grenzort lebenden Deutschen, hatte jetzt ein juristisches Nachspiel vor dem Dürener Schöffengericht.

Doch die Schilderungen der Ereignisse vom 28. Juli 2012 am Hoeschplatz erinnerten selbst in der nüchternen Atmosphäre eines Gerichtssaales eher an filmreife Szenen eines Krimis.

In jener Nacht hatte sich das Ex-Paar nachts um 2.30 Uhr noch einmal auf dem Parkplatz an der Marienkirche verabredet, um einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen. Der Mann wollte seiner ehemaligen Freundin eine Tüte mit Kleidungsstücken zurück geben und im Gegenzug 80 bis 90 Euro, die die Frau dem Mann nach eigenen Angaben noch schuldete, zurückzahlen.

Doch zum Treffpunkt erschienen nicht nur die beiden Ex-Partner. Vielmehr hatte die junge Frau Verstärkung mitgebracht: eine Freundin und drei Männer im Alter zwischen Mitte Zwanzig und Mitte Dreißig. Als diese Clique sich auf den Pkw des 31-Jährigen zu bewegte, geriet dieser offenbar in Panik, startete durch und suchte einen passenden Weg, um von dem Parkplatz wegzukommen. Dabei habe einer aus der Gruppe, die sein Auto regelrecht umstellt hatte, mit einem Gegenstand auf das Autodach geschlagen. Bei der Flucht sei dann ein 28-jähriger Freund der Ex-Freundin von dem Wagen erfasst und verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte den 31-Jährigen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Körperverletzung und Unfallflucht angeklagt.

Vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Peter Lüttgen blieben indes viele Fragen unbeantwortet. Vor allem die beteiligten Helfer der Ex-Freundin, die übrigens gar nicht zum Gerichtstermin erschienen war, hatten offensichtlich erhebliche Erinnerungslücken und zudem gravierende Unterschiede zu ihren polizeilichen Vernehmungen. Selbst der Staatsanwalt schloss nicht aus, dass geplant gewesen sein könnte, den Angeklagten in einen Hinterhalt zu locken. Vielmehr spreche einiges dafür, dass für den 31-Jährigen eine regelrechte Notwehr-Situation entstanden sei. Der Angeklagte wurde freigesprochen. Und dies entsprach genau den Plädoyers des Staatsanwaltes und des Verteidigers.

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