Prozess um Internetbetrug im großen Stil ist geplatzt

Von: hp
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Nach der Strafprozessordnung kann ein Prozess unterbrochen werden, wenn er binnen drei Wochen fortgesetzt wird. Das ist beim Dürener Prozess nicht möglich - er muss nun komplett neu angesetzt werden. Symbolfoto: dpa

Düren/Hürtgenwald. Eigentlich sollte der Prozess vor dem Dürener Schöffengericht, bei dem es um Betrug im großen Stil geht, am Dienstag fortgesetzt werden. Doch dazu kam es nicht - weil unter anderem gleich zwei Zeugen fehlten.

So hätte eine ärztliche Untersuchung, die nach Angaben des Angeklagten für dessen Vater terminiert war, nicht verschoben werden können. Auch die Lebensgefährtin des 34-Jährigen aus Hürtgenwald war nicht erschienen, weil ihre Kinder akut erkrankt waren und beaufsichtigt werden mussten, wie es hieß.

Damit ist der Prozess, der am 20. Januar vor dem Schöffengericht begann (wir berichteten), geplatzt. Auch der Versuch, die Hauptverhandlung zu retten, blieb erfolglos. Nach der Strafprozessordnung kann ein Prozess unterbrochen werden, wenn er binnen drei Wochen fortgesetzt wird. Dies war nicht möglich, weil eine Schöffin an einer Reha-Maßnahme teilnehmen muss. Hinzu kommt, dass gegen den Angeklagten weitere „drei bis vier Verfahren“ von der Staatsanwaltschaft Aachen zum Amtsgericht Düren unterwegs sind.

Im bisherigen Prozess wirft die Staatsanwaltschaft dem 34-Jährigen vor, zwischen Februar 2013 und August 2014 in 61 Fällen über ein Auktionshaus im Internet Waren angeboten und trotz Bezahlung nicht geliefert zu haben. Dabei entstand ein Schaden von rund 18 000 Euro. Geprellte Kunden hatten das Nachsehen, weil die Geschäfte unter falschen Namen abgewickelt wurden.

Der Angeklagte wies bei Prozessauftakt die Schuld weit von sich und erzählte von zwei Unbekannten, die ihn unter Androhungen von Gewalt gezwungen hätten, mehrere Bankkonten zu eröffnen. Später sei er von diesen Männern zu Geldautomaten gebracht worden, um Geld für sie abzuheben.

Dass der Prozess jetzt geplatzt ist, bedeutet nicht das Aus. Die Vorsitzende Richterin Christine Pinkpank wird voraussichtlich im Frühjahr oder frühen Sommer einen neuen Termin anberaumen. Dann allerdings beginnt das Procedere wieder ganz von vorn.

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