Düren - Prozess um blutige Auseinandersetzung kommt nicht voran

Prozess um blutige Auseinandersetzung kommt nicht voran

Von: hp
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Düren. Viel weitergekommen ist das Schöffengericht am zweiten Verhandlungstag nicht. Bei dem Prozess steht in erster Linie eine blutige Auseinandersetzung in der Rurstraße in Düren im Mittelpunkt.

Am 24. Oktober vergangenen Jahres hatte es gegen 2 Uhr nachts einen Streit zwischen mehreren Männern gegeben, bei dem ein 28-Jähriger aus Düren eine stark blutende Verletzung am Schienbein erlitt. Die Anklage spricht von Körperverletzung, die mit einer Axt begangen wurde. Möglich ist aber auch, dass die Verletzung durch ein Messer oder sogar eine Machete verursacht wurden.

Angeklagt ist ein 24 Jahre alter Mann aus Düren. Ein Polizeibeamter, der mit seinen Kollegen kurz nach der Notfall-Meldung am Tatort eintraf, berichtete vor Gericht von einem weiteren Verletzten. Beim Eintreffen habe der Beamte einen Mann auf einen erheblichen Blutfleck auf dessen T-Shirt angesprochen. Erst danach habe dieser, bei dem es sich um den Bruder des 28-Jährigen handeln soll, die schwere Verletzung überhaupt wahrgenommen. Nach der Vernehmung des Polizisten stellte der Verteidiger einen Antrag, demzufolge das Gericht die Inhalte dieser Aussage bei der Urteilsfindung nicht verwerten dürfe. Der Verletzte sei in jener Nacht von dem Polizisten „nicht ordnungsgemäß“ belehrt worden.

Der Beamte hatte zwar den Beteiligten „angehalten, die Wahrheit zu sagen“, aber eben nicht zur Gänze belehrt. Gesundheit und Erstversorgung der Verletzten hätten Vorrang vor den Ermittlungen gehabt, sagte der Polizist. Im Verlauf des Prozesses zeigt sich immer wieder, dass Gericht, Staatsanwältin und Verteidiger vielfach unterschiedliche Rechtsauffassungen haben. So beanstandete der Verteidiger die Reihenfolge der Zeugenvernehmung. Er sprach von „Willkür in der Führung der Hauptverhandlung“ und stellte einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter und die beiden Schöffinnen.

Darüber wird bis zur Fortsetzung am nächsten Verhandlungstag (13. Februar, 12.30 Uhr, Saal 1.07 des Amtsgerichts Düren) entschieden.Zur Sprache kam zudem ein zweiter Vorwurf gegen den Angeklagten. Nach einer Kontrolle wegen eines angeblich nicht beachteten Stoppschildes in der Innenstadt soll der 24-Jährige, der als Beifahrer in besagtem Fahrzeug saß, mit einem Polizisten in Zivil aneinandergeraten sein. Jedenfalls wurde der 56-jährige Beamte verletzt und seine Brille beschädigt. Der Verteidiger wies darauf hin, dass nicht von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte gesprochen werden könne, da für seinen Mandanten nicht zu erkennen gewesen sei, dass es sich um einen Polizisten handelte.

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