Protestzug: Metaller legen ihre Arbeit nieder

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Begleitet von Trommlern der Samba-Truppe „Manos Rapidos“ zogen rund 150 Metaller durch Düren, um bei einem zweistündigen Warnstreik für 5,5 Prozent mehr Lohn zu demonstrieren. Foto: Jörg Abels

Düren. Der Blick der Dürener Metaller richtete sich am Dienstag gen Bayern. Am Abend begann in München die vierte Verhandlungsrunde für die bayerische Metall- und Elektroindustrie in München, die bundesweite Signalwirkung haben könnte. Ob sich Arbeitgeber und Gewerkschaftler auf ein übernahmefähiges Ergebnis auch für NRW einigen konnten, stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest.

Um den Druck auf die Arbeitgeberseite zu erhöhen, legten bundesweit bereits mehr als 500.000 Arbeitnehmer vorübergehend die Arbeit nieder, in Düren beteiligten sich rund 150 Mitarbeiter aus neun Betrieben an einem zweistündigen Warnstreik. Und sie ließen bei ihrem Demonstrationszug durch die Stadt – begleitet vom Sambatrommeln der Gruppe „Manos Rapidos“ – keinen Zweifel daran, dass sie auch bereit für mehr sind. „Zwischen Warnstreik und Streik liegt nur eine Silbe“, machte Paul Zimmermann, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Düren, bei der Abschlusskundgebung auf dem Ahrweilerplatz deutlich. „Wir sind bereit, uns das zu holen, was uns zusteht.“

Bundesweit fordert die IG Metall in allen Tarifgebieten 5,5 Prozent höhere Entgelte und Ausbildungsvergütungen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das bisherige Angebot der NRW-Metallarbeitgeber, 2,3 Prozent mehr Lohn ab Juli mit einer Laufzeit von 13 Monaten, wies Zimmermann als dreifache Nullnummer entschieden zurück: „Null für Mai, null für Juni und null Kaufkraftausgleich. Denn wenn man das Angebot auf ein Jahr umrechnet, kommen 1,9 Prozent heraus. Das ist vielleicht gerade einmal die Preissteigerung.

Und Zimmermann übte scharfe Kritik an der Arbeitgeber-Forderung: mehr Flexibilisierung oder „Differenzierung“. Gemeint ist die Nachverhandlung der Flächentarifverträge mit den Betriebsräten. „Wir kennen das doch: Dann kommen die Arbeitgeber wieder mit ihren ewig gleichen Jammersprüchen und wollen den Beschäftigten wieder wegnehmen, was wir uns vorher mühsam in der Tarifrunde erkämpft haben“, sprach Zimmermann von Erpressung der Betriebsräte, die außerhalb der Tarifrunde an die „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ gebunden seien und keine Chance hätten, zu Aktionen oder Warnstreiks aufzurufen. „Wir wollen keine Kämpfe mit stumpfen Waffen“, erntete Zimmermann immer wieder Zustimmung der Kollegen.

Auch wenn der Blick noch nach Bayern ging: Die IG Metaller auch in Düren sind streikbereit. „Wenn bis Pfingsten kein Ergebnis auf dem Tisch liegt, werden wir uns wiedersehen“, kündigte Paul Zimmermann zum Abschluss an.

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