Protestaktion vor der Europaschule Langerwehe

Von: kin
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Mit einer Protestaktion machen die angestellten Lehrer der Europaschule Langerwehe auf die Ungleichbehandlung im Vergleich zu ihren verbeamteten Kollegen aufmerksam. Foto: Sandra Kinkel

Langerwehe. „Mit dieser Aktion wollen wir ein deutliches Zeichen setzen und auf die Ungleichbehandlung von Lehrern aufmerksam machen.“ Oliver Beyschlag-Miseré ist angestellter Lehrer für Physik und Chemie an der Europaschule Langerwehe, einer Gesamtschule.

Etwa ein Fünftel der rund 100 Lehrer der Schule ist angestellt, die anderen sind Beamte. „Im Schnitt“, sagt Beyschlag-Miseré, „verdienen wir bis zu 700 Euro netto weniger als die Kollegen, tun aber die gleiche Arbeit. Da ist es doch kein Wunder, dass wir uns benachteiligt fühlen. Sehr benachteiligt.“

Zum Teil besser ausgebildet

Und genau auf diese Misere haben die angestellten Lehrer Donnerstagmorgen hingewiesen. „Gleiche Geld für gleiche Arbeit“ steht auf einem großen Plakat vor der Schule, die Pädagogen verteilen vor Beginn der ersten Stunde zudem Informationszettel an die Schüler. Beyschlag-Miseré: „Zum Teil sind angestellte Lehrer sogar besser ausgebildet. Zum Beispiel dann, wenn sie wie ich Quereinsteiger sind und einen abgeschlossenen Diplom-Studiengang vorweisen können.“

Man habe sich, so Beyschlag-Miseré weiter, bewusst dafür entschieden, die Protestaktion vor dem Schulunterricht anzuhalten. „Wir möchten diesen Protest nicht auf den Rücken der Schüler austragen. Es soll kein Unterricht ausfallen. Jedenfalls noch nicht.“

Bereits vor zwei Jahren haben die angestellten Lehrer der Europaschule Langerwehe mit einer ähnlichen Aktion auf die Ungleichbezahlung aufmerksam gemacht. „Wirklich geändert hat sich seitdem nichts“, sagt Beyschlag-Miseré. „Wir hätten auch unsere Plakate von damals heute wieder benutzen können.“ Der Unmut innerhalb der Kollegen sei einfach sehr groß.

„Wenn Sie wissen, dass der Kollege, der neben einem sitzt, für die gleiche Arbeit viel mehr Geld bekommt, bekommt man schon einen ziemlich dicken Hals. Und diese Tatsache ist auch nicht sehr motivierend.“ Wenn sich die Situation nicht deutlich verbessern würde, so der Physiklehrer weiter, müsse man schon über andere Maßnahmen, zum Beispiel auch einen Streik, nachdenken.

Große Solidarität

Oliver Beyschlag-Miseré und seine angestellten Kollegen freuen sich über die große Solidarität, die ihnen von ihren verbeamteten Kollegen, aber auch von Eltern und Schülern entgegengebracht wird. Beyschlag-Miseré: „Wir werden immer wieder von Schülern auf das Thema angesprochen. Und auch die Kollegen und die Eltern lassen uns deutlich spüren, dass sie der gleichen Meinung sind wie wir.“

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