Düren - Prostatakrebs: Früherkennung kann so wichtig sein

Prostatakrebs: Früherkennung kann so wichtig sein

Von: Jörg Abels
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Dr. Guido Breuer, Dr. Kerstin Brucksch, Dr. Andreas Kopp und Dr. Christof Börgermann (v.r.) vom Krankenhaus Düren machten beim DZ-Forum, deutlich wie wichtig gerade beim Prostatakrebs die Früherkennung ist. Thomas Prell (l.) vertrat den Kooperationspartner AOK. Foto: Abels

Düren. Mit rund 200.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist der Prostatakrebs in Deutschland die häufigste Tumorart des Mannes. Etwa 12.000 Männer sterben jedes Jahr an Prostatakrebs. Aber: Bei früher Erkennung ist er in über 70 Prozent aller Fälle heilbar. Deshalb empfehlen Urologen Früherkennungsuntersuchungen bei Männern ab dem 45. Lebensjahr.

Beim von der Dürener Zeitung in Kooperation mit dem Krankenhaus Düren und der AOK veranstalteten Forum „Medizin hautnah“ machte Dr. Christof Börgermann, Chefarzt der Klinik für Urologie am Krankenhaus Düren, deutlich, dass eine Tastuntersuchung heutzutage nicht immer zwingend erforderlich sei. Mit ihr könnten nur die Karzinome zuverlässig entdeckt werden, die sich in den Bereichen der Prostata befinden, die dem Darm benachbart sind, und eine Größe von mindestens einem Zentimeter haben.

Börgermann warb für die PSA-Früherkennung. PSA steht für prostataspezifisches Antigen, einem Eiweiß, dessen Konzentration im Blut Aufschluss über eine mögliche Krebserkrankung liefern kann. „Mit der PSA-Früherkennung ersparen wir jedem vierten Mann den Prostatakrebstod“, verwies der Spezialist vor rund 100 interessierten Gästen und Betroffenen auf das Ergebnis einer europaweiten Studie. Aber nur bei wirklich auffälligen Werten, die individuell und über einen längeren Zeitraum betrachtet werden, kommt es zur Gewebeentnahme, versicherte Börgermann.

„Denn wie aggressiv ein Tumor ist und ob er schlussendlich behandelt werden muss, kann nur mit einer Probenentnahme verlässlich ermittelt werden“, betonte der Leitende Oberarzt Dr. Guido Breuer. Er erklärte, dass bei einem auffälligen PSA-Wert gezielt an zehn bis zwölf genau definierten Stellen der Prostata Gewebeproben entnommen werden, bei örtlicher Betäubung, ohne dass der für die Potenz und Kontinenz verantwortliche Nerv in Mitleidenschaft gezogen wird. „Wenn wir mit zwölf Proben nichts finden, ist das Karzinom so klein, dass es nicht behandelt werden muss“, unterstrich Breuer.

Selbst bei geringfügigen Veränderungen müsse anschließend nicht direkt behandelt oder operiert werden, versicherte der Urologe. „Bei geringfügigen Veränderungen warten wir erst einmal ab, beobachten den PSA-Wert und führen nach 18 Monaten eine zweite Biopsie durch“, erklärte Breuer. „Wenn sich dann nichts verschlimmert hat, raten wir von einer Behandlung ab.“ Auf Nachfrage betonte er, dass jeder Patient im Vorfeld ein individualisiertes Antibiotikum erhalte, damit sich Bakterien aus dem Enddarm über die Biopsie nicht in der Prostata ausbreiten können. Er sprach mit Blick auf die Prostatabiopsie von einer schnell durchführbaren und für den Patienten belastungsarmen Behandlung.

Dass der Ultraschall bei der Früherkennung von Prostatakrebs immer noch eine wichtige Rolle spielt, um ein Gesamtbild der Prostata zu bekommen, verschwiegen die Mediziner nicht. Professor Dr. Andreas Kopp, Chefarzt der Radiologie, und seine Oberärztin Dr. Kerstin Brucksch machten jedoch deutlich, dass die Magnetresonanztomographie (MRT) als bildgebendes Verfahren einen immer größeren Stellenwert erhalte. Nach aktuellen Studien könnten heute auch kleinere Magneten eingesetzt werden, vor allem seien keine Spulen im Enddarm mehr erforderlich, um aussagekräftige Bilder zu erhalten, die dem Urologen zusätzliche Erkenntnisse liefern können.

Ab einer Größe von fünf Millimetern könnten Tumore mit der MRT verlässlich erkannt werden. Damit die Ergebnisse nicht durch die Folgen einer Gewebeentnahme verfälscht werden, riet Kerstin Brucksch dazu, die MRT erst acht bis zwölf Wochen nach einer Biopsie durchzuführen. Sie kann aber auch im Vorfeld nützlich sein, um dem Urologen zusätzliche Informationen zu geben, wo er Gewebeproben entnehmen sollte.

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