Düren - Prostata-Vorsorge: Mit 45 Jahren wird es für Männer Zeit

Prostata-Vorsorge: Mit 45 Jahren wird es für Männer Zeit

Von: Stephan Johnen
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Das Thema Prostatakarzinom ist oft mit Ängsten verbunden. Die Referenten des Forums „Medizin hautnah“ wollen die Möglichkeiten der Früherkennung vorstellen und Ängste abbauen. Foto: Fotolia/hannamonika
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Privatdozent Dr. Christof Börgermann, Dr. Andreas Kopp und Dr. Guido Breuer (von links) werden referieren. Auf dem Bild fehlt Dr. Kerstin Brucksch. Foto: sj

Düren. „Meine Frau schickt mich.“ Der Titel des Forums „Medizin hautnah“, das die Dürener Zeitung in Kooperation mit dem Krankenhaus Düren und der AOK veranstaltet, ist nicht aus der Luft gegriffen. Diesen Satz hat Dr. Christof Börgermann schon oft gehört. „Männer gehen nicht gerne zum Arzt. Zum Urologen ohnehin nicht“, sagt der Chefarzt der Klinik für Urologie im Krankenhaus Düren.

Wie wichtig dabei gerade für Männer ab 45 ein regelmäßiger Besuch beim Urologen ist – darüber möchte Börgermann am Dienstag, 15. März, ab 18 Uhr im Foyer des Krankenhauses sprechen. Thema des Forums ist die Früherkennung des Prostatakarzinoms. Unterstützt wird Börgermann vom Leitenden Oberarzt Dr. Guido Breuer sowie Professor Dr. Andreas Kopp, dem Chefarzt der Klinik für Radiologie, und Oberärztin Kerstin Brucksch.

„Dieses Thema ist stark mit Angst belegt“, weiß Börgermann. Prostatakrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Männern, etwa 200 000 Neudiagnosen gibt es jedes Jahr in Deutschland. 12 000 Männer sterben pro Jahr an Prostatakrebs. Trotz aller Ängste und Vorbehalte sei wichtig, die Vorsorge nicht leichtfertig abzutun. Weil sie Leben retten kann.

Im Mittelpunkt steht zunächst der PSA-Test. „Er ist Segen und Fluch zugleich“, findet Börgermann. Denn auch dieser Punkt sei oft mit Angst belegt. PSA steht für prostataspezifisches Antigen und bezeichnet ein von der Prostata gebildetes Eiweiß, das der Verflüssigung der Samenflüssigkeit dient. Ist die PSA-Konzentration im Blut hoch, kann dies ein Hinweis auf Prostatakrebs sein.

Der Wert steigt aber beispielsweise auch bei einer Entzündung der Prostata und generell bei steigendem Lebensalter. Er ist also eine Momentaufnahme. „Bei Männern, die regelmäßig zur Vorsorge gehen, können wir die Entwicklung auf einer Zeitschiene beobachten und einschätzen“, sagt Börgermann. Zum Einsatz kommen bei der Früherkennung auch Ultraschall und zunehmend bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT). „Die Tastuntersuchung ist nicht immer zwingend notwendig“, fügt der Mediziner hinzu.

Im Verdachtsfall wird eine Gewebeprobe entnommen. Die Frage der Behandlung muss immer individuell beantwortet werden. „Tumoren gibt es wie Sand am Meer“, sagt Börgermann. Es gelte, die Tumoren zu finden, die therapiepflichtig sind. Längst werde nicht mehr automatisch operiert. Zumal eine OP mit langfristigen Folgen wie Inkontinenz und Impotenz verbunden sein kann. Die „sichere Überwachung“ stehe zunehmend im Vordergrund. Mit regelmäßigen Kontrollen wird überwacht, ob und wie sich der Krebs entwickelt, ob und wie er therapiert werden muss.

Das Forum sowie die Nutzung des Parkhauses sind kostenlos. Besucher können Fragen an die Mediziner stellen.

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