Projektentwickler bringt einen weiteren Investor ins Spiel

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
Die Stadthalle ist verwahrlost
Die Stadthalle ist verwahrlost, dass der Denkmalschutz kaum mehr zu halten ist: Die Zukunft des Areals ist aber ungewisser denn je. Foto: ja

Düren. Keine zwei Monate ist es her, dass ein Hamburger Investor neue Pläne für ein Vier-Sterne-Hotel mit Einkaufszentrum auf dem Stadthallen-Grundstück im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt hat.

Mittlerweile sieht es so aus, als wären sie nicht mehr als ein weiteres Kapital in der schier unendlichen Geschichte der bislang gescheiterten Entwicklung des heruntergekommenen Areals im Herzen der Stadt. Und dabei geht es noch nicht einmal um den Heimfall-Antrag von SPD, FDP und Grünen, über den Mittwochabend in nicht-öffentlicher Sitzung im Stadtrat beraten wird und der - eine Mehrheit vorausgesetzt - die Stadt nicht nur mindestens 2,3 Millionen Euro kosten dürfte, sondern auch mit einer langwierigen juristischen Auseinandersetzung verbunden sein könnte, die einen Investor nicht freuen dürfte.

Hermann-Josef Schneider, Geschäftsführer der gescheiterten Projektentwicklungsgesellschaft „Real Invest Parkhotel Düren GmbH”, bestätigte am Dienstag auf Anfrage, dass sich die GmbH vertraglich für einen nicht näher von ihm definierten Zeitraum an einen neuen Investor gebunden hat, mit dem Ziel, ihm das Erbbaurecht auf dem Stadthallengrundstück zu verschaffen. Dafür freilich benötigt sie als Erbbaurechtsnehmer die Zustimmung der Stadt, die von der Kehrtwende überrascht wurde.

Zuletzt hatte die Verwaltung mit dem Hamburger Investor intensiv verhandelt. Denn der wollte nicht nur das auf 50 Jahre vergebene Erbbaurecht vom Projektentwickler übernehmen, sondern das Grundstück insgesamt auch zu marktüblichen Konditionen von der Stadt. Eine Lösung, die wohl nicht nur Kämmerer Harald Sievers am Ende des Tages am liebsten wäre.

Dem Vernehmen nach lehnt die Stadt das rein gewerbliche Konzept des neuen Investors ab, wohl um neben der nicht abgeschlossenen Decathlon-Debatte eine neuerliche Diskussion über das innerstädtische Einzelhandelskonzept zu vermeiden. Zu Einzelheiten seiner Neuorientierung und zu Details des neuen Konzepts wollte sich Schneider am Dienstag nicht äußern. Man habe vertraglich Stillschweigen vereinbart. Er ließ aber anklingen, dass wirtschaftliche Gründe eine Rolle gespielt haben.

Während die CDU und Kämmerer Harald Sievers nicht müde werden zu betonen, dass der von der „Ampel” beantragte Heimfall die schlechteste, weil teuerste und zeitlich kaum zu fassende Lösung für die Stadt in der vertraglich, aber auch juristisch hoch komplexen Beziehung zwischen Stadt und „Real Invest Parkhotel Düren GmbH” wäre, könnte im Fall einer Heimfall-Mehrheit neuer Ärger drohen. Schneider sieht - obwohl die „Real Invest Parkhotel Düren GmbH” wohl davon profitieren würde - derzeit überhaupt keinen Grund gegeben, der laut Erbbaurecht den Heimfall und damit die Rücknahme des Grundstücks durch die Stadt auslösen könnte. Gegen eine im Raum stehende Grundsteuerschuld gegenüber der Stadt habe er Klage eingereicht, betonte Schneider.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert