Düren - Projekt für Migrantinnen: Schritte in den Pflegeberuf

Projekt für Migrantinnen: Schritte in den Pflegeberuf

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Das Projekt „Steps” des Sozi
Das Projekt „Steps” des Sozialdienstes katholischer Frauen möchte Frauen und Männer fit für den Einstieg in Pflege- und Sozialberufe machen. Foto: imago/Paul von Stroheim

Düren. Die ersten Schritte sind getan: Ein Jahr ist seit dem Beginn des Qualifizierungsprojekts vergangen - und nun halten 13 Teilnehmerinnen stolz ihr Zertifikat in Händen. Während einer kleinen Feierstunde am Freitag erhielten die Absolventinnen des Kurses „Steps” (Schritte) ihre Abschlussdokumente vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF).

Die Frauen wurden vom Team des SkF begleitet, sprachlich geschult und an wöchentlichen Studientagen und in integrierten Betriebspraktika auf das Berufsleben vorbereitet. Für die Schulungen im Pflegehilfsdienst war der Kreisverband Düren des Deutschen Roten Kreuzes verantwortlich. 18 Frauen mit ausländischen Wurzeln hatten sich vor einem Jahr auf dem schwierigen Weg gemacht, Pflegediensthelferin zu werden und die Berufssprache zu erlernen. Fünf Frauen sind verzogen oder aus persönlichen Gründen ausgeschieden.

Betriebspraktika

Meist haben die Teilnehmerinnen Praktika in Altenheimen oder Altentagespflegeeinrichtungen absolviert, waren aber auch auf Stationen in Krankenhäusern oder im OP tätig. Die Praxisstellen standen dabei in engem Kontakt mit dem Team von „Steps”.

Eine bunte Truppe hatte sich aus 17 Nationen zusammengefunden - Frauen aus Chile, Angola, Äthiopien, Kongo, Nigeria, Marokko, Mazedonien, Polen, Rumänien, Serbien, Russland, Kasachstan, der Mongolei, China, Thailand, Marokko und der Türkei haben an dem Projekt teilgenommen. „Mit ihren vielfältigen kulturellen Hintergründen und den verschiedenen Religionen haben sie täglich bewiesen, dass Konflikte nicht programmiert, sondern sogar mehr Bereicherung als Hindernis sein können”, urteilt der Sozialdienst.

Sprache ist der Schlüssel

Alle ausländischen Frauen verbindet das Engagement, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern und ihre Integration in Deutschland voranzutreiben. „Dazu ist Sprache natürlich die Schlüsselkompetenz”, erläuterte Projektleiter Erik Lehwald (SkF), „darum liegt am Anfang ein Akzent auf der Verbesserung der sprachlichen Fähigkeiten”. Bei „Steps” erhalten die Teilnehmenden - zu denen im Übrigen auch Männer zählen können - zunächst ein Intensivtraining „Berufssprache”, bevor sie dann eine Grundausbildung im Pflegehilfsdienst absolvieren. Danach können sie ihre neuen Sprach- und Berufskenntnisse in begleiteten Praktika unter Beweis stellen.

„Praxisanbindung ist uns sehr wichtig. Studien zeigen, dass in der Kombination von schulischem Lernen und betrieblicher Tätigkeit die besten Effekte erzielt werden. Natürlich sollen dort auch Kontakte zu möglichen Arbeitgebern geknüpft werden”, erläuterte Co-Projektleiterin Gaby Uerlichs vom SkF. „Mit unserem Bekanntheitsgrad steigt auch die Akzeptanz von Betrieben, unsere Absolventen zu beschäftigen”, bilanziert die Migrationsberaterin. Dennoch bleibe es sehr mühsam, auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Die Mehrzahl der Teilnehmerinnen beziehen ALG II und sind Kundinnen der „Job-com” des Kreises Düren. Die Behörde arbeitet bei diesem Projekt eng mit dem SkF zusammen. Interessenten werden von den Fallmanagern über das Projekt informiert und geeignete Teilnehmer vorgeschlagen.

„Das ersten beiden Jahre waren sehr arbeitsintensiv, und auch wir haben viel dazugelernt. Vor allem die Sprachbarriere in Prüfungs- und Lernunterlagen ist sehr hoch”, resümiert Projektleiter Erik Lehwald. „Ein Riesenproblem in Düren sind fehlende Brückenangebote wie Internationale Förderklassen an Berufsschulen, die auf eine Ausbildung in einem Lehrberuf grundlegend vorbereiten.”

Der dritte „Steps”-Kurs für Frauen und Männer mit Migrationsgeschichte startet am 2. Mai. Anfragen können jederzeit entgegengenommen werden. Fragen dazu beantwortet das Team per E-Mail an steps@skf-dueren.de oder telefonisch unter Tel. 02421/2843-0. Infos gibt es auch im Internet.
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