Echtz - Profimusiker aus aller Welt sind seine Kunden

Profimusiker aus aller Welt sind seine Kunden

Von: Christoph Lammertz
Letzte Aktualisierung:
harfebuflach
Auf alten Gemälden (rechts) findet Claus Henry Hüttel die Vorbilder für seine Harfennachbauten. Bevor das Holz ins Spiel kommt, erstellt der Echtzer Schablonen ais Pappe.

Echtz. Das Hobby zum Beruf gemacht? „Das ist eine Redensart, die eigentlich gar nicht richtig passt”, sagt Claus Henry Hüttel. Natürlich, Instrumentenbau sei immer sein Traum gewesen. Und die Musik seine Leidenschaft.

„Aber Hobby ist pure Freude und Entspannung. Damit hat es nicht mehr viel zu tun, wenn man tagtäglich in der Werkstatt steht und hohe Erwartungen erfüllen muss.” Claus Henry Hüttel ist Harfenbauer. In Handarbeit stellt der Echtzer Nachbauten von historischen Instrumenten her. Früher, als der heute 50-Jährige sein Geld noch als Zahntechniker verdiente, da waren die Harfen sein Hobby.

Seit 15 Jahren aber betreibt er den Instrumentenbau professionell. Und mit Erfolg, denn Kunden hat der Echtzer mittlerweile in der ganzen Welt.

„Diese hier ist für eine junge Musikerin aus Paris, die gerade ihr Examen bestanden hat”, sagt Hüttel und streicht fast zärtlich über das glatte Holz. Der mit Schellack veredelte Korpus ist schon fertig. Liebevoll geschnitzte Verzierungen sind dem Original, das um 1630 entstanden ist, bis ins Detail nachempfunden. Gerade arbeitet Hüttel an den Befestigungen für die aus gekämmten und gedrehtem Schafsdarm hergestellten Saiten, die schließlich noch aufgezogen werden müssen. Dann kommt der Moment der Wahrheit und die alles entscheidende Frage: Wie klingt die neue Harfe? Denn die Optik ist zwar wichtig, aber bedeutender ist der Klang des Instruments.

Hüttels Kunden sind zum größten Teil professionelle Musiker, die sich wie die junge Hochschulabsolventin aus Paris den Kompositionen des Mittelalters verschrieben haben. „Sie wollen Instrumente spielen, die nicht nur aussehen wie die, mit denen die Kompositionen damals zu Gehör gebracht wurden, sondern auch so klingen”, weiß der Echtzer. Dass Hüttel diese Authentizität erreicht, hat sich in der Szene herumgesprochen. Und deshalb hat der Echtzer Harfenbauer mehr als genug zu tun. „Ich kann nicht alle Aufträge annehmen”, sagt Hüttel. Höchstens zehn Instrumente baut er im Jahr. Denn bis eine Harfe fertig ist, können leicht zwei Monate oder gut 300 Arbeitsstunden vergehen.
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