Professionelles Arbeiten mit der Musik-Familie

Von: Sandra Kinkel
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Armen-Levon Manaseryan aus Armenien (sitzend) hat beim Eröffnungskonzert des Meisterkurses gespielt. Beim Abschlusskonzert am Sonntag werden alle zehn Teilnehmer musizieren. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Es ist ein bunter Haufen, der sich im Haus der Evangelischen Gemeinde versammelt hat. Nikol Tuka ist 13 Jahre alt und kommt aus Mazedonien, Armen-Levon Manaseryan hat gerade den ersten Preis bei der „Valletta International Piano Competition“ gewonnen und einen Master-Abschluss in Musik in der Tasche.

Beide eint die große Liebe zur Musik, beide nehmen noch bis Sonntag am „Internationalen Klavier-Meisterkurs“ mit dem Langerweher Pianisten und Dozenten Heribert Koch teil, der bereits zum vierten Mal in Düren stattfindet.

„Ich kenne Heribert Koch schon seit einigen Jahren“, sagt die mazedonische Musikprofessorin Danica Stojanova. „Ich mag seine Offenheit, seine Einstellung zur Musik. Deswegen wollte ich unbedingt an diesem Kurs teilnehmen.“

Die zehn Ausnahmepianisten, die alle bei Gastfamilien untergebracht sind, treffen sich morgens um 10 Uhr zum Unterricht im Gemeindesaal. „Es ist toll, dass wir hören und sehen können, wie die anderen unterrichtet werden“, sagt Ada Mustafaoglu aus Mazedonien. „Man kann sich sehr viel abgucken.“

Besondere Atmosphäre

Begonnen hat der Meisterkurs mit einem Konzert von Armen-Levon Manaseryan aus Armenien. Der Pianist hat Modest Mussorgskys Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ gespielt und dazu seine eigenen Grafiken ausgestellt, in denen er die von Mussorgsky vertonten Motive persönlich interpretiert. „Das habe ich zum ersten Mal gemacht“, sagt Manaseryan, das war ein besonderes Erlebnis.“

Für den Armenier ist auch die Atmosphäre beim Meisterkurs sehr besonders. „Heribert Koch ist ein außergewöhnlicher Lehrer. Wir arbeiten hier sehr professionell. Gleichzeitig fühlen wir uns aber auch als Teil einer großen Familie. Es gibt keinen Konkurrenzkampf. Wir wollen einfach alle unser Klavierspiel verbessern.“ Danica Stojanova formuliert das so: „Das Gemeinsame steht im Vordergrund. Das kenne ich so von anderen Meisterkursen nicht.“

Neben dem gemeinsamen Üben sind auch die zahlreichen Auftrittsmöglichkeiten, die die Pianisten während der Meisterkurs-Woche bekommen, wichtig. Zusätzlich zum Eröffnungs- und dem Abschlusskonzert bestreiten die Pianisten am Donnerstag noch ein Konzert in der Aachener Citykirche (Beginn 19 Uhr). Am kommenden Montag spielen sie im Rahmen des Schumannfestes im Bonner Schumannhaus.

„Der Kurs ist erst wenige Tage vorbei“, sagt Nikol Tuka, „und trotzdem habe ich das Gefühl, das wir uns alle schon enorm verbessert haben.“ Viel Zeit, um die Region zu erkunden, bleibt den Meisterkurs-Teilnehmern nicht. „Wenn wir freihaben“, sagt Danica Stojanova lachend, „dann üben wir weiter. Zum Glück haben fast alle Gastfamilien, bei denen wir wohnen, auch ein Klavier.“

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