Produktionsverlagerung: Dia-Nielsen steht vor dem Aus

Von: sj
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Die Mitarbeiter von Dia-Nielsen stehen vor einer ungewissen Zukunft. Die Produktion wird in die USA verlagert. Foto: Stephan Johnen

Lendersdorf. Das Lendersdorfer Unternehmen Dia-Nielsen, das Zubehör für die Mess- und Regeltechnik produziert, steht vor dem Aus. Der US-Mutterkonzern „Graphic Controls“ beabsichtigt, bis Ende September die Produktion in die USA zu verlagern.

„Der Standort wird aufgegeben“, bestätigte Dia-Nielsen-Geschäftsführer Heiko Schriever am Donnerstag auf Nachfrage unserer Zeitung. Am Mittwoch sei die Belegschaft informiert worden. An der Industriestraße sind etwa 80 Mitarbeiter beschäftigt. Der Mutterkonzern wolle ein Verkaufs- und Vertriebsbüro samt Lager mit zehn Mitarbeitern in Düren weiterführen.

„Für die Belegschaft kam die Nachricht aus heiterem Himmel“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Lutz Diedrich. Bis Juni sollen etwa 80 Prozent der Produktion verlagert werden, bis Ende September der Rest. Die Immobilie in Lendersdorf solle verkauft, an der Dürener Autobahnanschlussstelle ein neues Gebäude gesucht werden. „Wir werden versuchen, so viel für die Mitarbeiter zu erreichen wie möglich“, betonte Diedrich mit Blick auf die nun anstehenden Verhandlungen zum Sozialplan. Der Betriebsrat fordert die Einsetzung einer Transfergesellschaft. „Ein Großteil der Mitarbeiter ist älter als 50 Jahre“, berichtet Diedrich.

„Es gilt, das Beste aus der schlechten Situation herauszuholen. Die Verhandlungen stehen ganz am Anfang“, sagte Heiko Schriever, zu Details könne er sich daher nicht äußern. Welchen Grund es zur Produktionsverlagerung gibt? Da könne Schriever nur mutmaßen: „Wir haben in Deutschland ein Lohnkosten-Problem. Die Fertigung ist deutlich teurer als in den USA. Dieser Faktor ist entscheidend.“ Auch Schriever habe die Kündigung erhalten. Seine Aufgabe sei es, bis Ende des Jahres das Werk abzuwickeln.

Das Unternehmen wurde 1955 von Emmy und Harald Nielsen gegründet. Seit 1996 war es Mitglied der Schleicher & Schuell-Gruppe, 2011 kaufte „Graphic Controls“ das Unternehmen. Laut Geschäftsführer arbeiten damals noch 120 Mitarbeiter im Betrieb.

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