Düren - „Pro Rad Düren“ will gegen Geisterradler kämpfen

„Pro Rad Düren“ will gegen Geisterradler kämpfen

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:
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Die Mitglieder der AG „Pro Rad Düren“ sagen: Die Kreuzung Piusstraße/Nideggener Straße ist eine gefährliche Stelle, weil immer wieder Geisterradler, die aus Richtung Stadt kommen, und Autofahrer, die aus der Piusstraße abbiegen wollen, zusammenstoßen. Mehrmals im Jahr komme es an dieser Stelle zu Kollisionen. Foto: sis

Düren. „Geisterradler gefährden! Sich und andere“. Diese Aussage ist an vielen Stellen auf dem Asphalt der baden-württembergischen Stadt Freiburg zu lesen. In Düren gibt es diese Bodenmarkierung nicht. Doch nötig wäre sie schon, sagen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „Pro Rad Düren“.

So energisch sie sich für eine bessere Infrastruktur, sinnvolle Verkehrsregelungen und Rücksichtnahme der Kraftfahrer auf die Radler einsetzen, so deutlich kritisieren sie auch Verstöße von Radfahrern im Straßenverkehr. „Wir fordern ein regelgerechtes und faires Verhalten aller Radler.

Nur so können wir die Akzeptanz und Rücksichtnahme erhalten, die wir uns wünschen“, meinte beispielsweise Tanja Malchow. Die überzeugte Radfahrerin hat sich mit anderen Mitgliedern der AG „Pro Rad Düren“ an der Kreuzung Pius-straße/Nideggener Straße getroffen.

Gerade an dieser Stelle beobachten die Rad-Befürworter häufig gefährliche Situationen: Als Geisterfahrer kommen immer wieder –und auch während dieses gut einstündigen Treffens an der Kreuzung und am Kreisverkehr – Radler gegen die Fahrtrichtungen. Pkw-Lenker, die aus der Piusstraße nach rechts in Richtung Innenstadt abbiegen wollen, achten in der Regel kaum auf Radfahrer, die aus Richtung Berufskolleg kommen. „Und schon entstehen heikle Situationen, die mehrmals im Jahr auch zu Zusammenstößen führen“, weiß Tanja Malchow.

„Geisterradler“, führt sie weiter aus, „sind häufiger in Unfälle verwickelt als andere. Wir verstehen zwar nicht so ganz, wie ein Kraftfahrer das Fahrrad übersehen kann, aber Radler haben hier eindeutig eine Mitschuld, wenn es zum Unfall kommt.“

Und deshalb lautet der Appell nicht nur von Tanja Malchow, sondern von allen Mitgliedern der AG „Pro Rad Düren“ an die Radler: „Werden Sie nicht zum Geisterradler und weisen Sie Freunde und Bekannte auf das Problem hin.“

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft weisen immer wieder Verkehrssünder unter den Radlern darauf hin. Die Reaktionen der Zurechtgewiesenen sind unterschiedlich: Die einen sehen es ein, andere reagieren unwirsch.

Doch es sind nicht nur die Geisterradler, die den AG-Mitgliedern auffallen. Jens Veith: „In Düren und Umgebung sind viele Radler auf Fußwegen unterwegs. Viele fahren ohne funktionierende Bremse, fahren im Dunkeln ohne Licht, haben kein Unrechtsbewusstsein.“

Der Kreisverkehr am Europaplatz ist für die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft eine Stelle mit zwei großen Problemen: Die Radfahrer können keinen sogenannten Ring fahren. In Höhe des Penny-Marktes können sie nur über eine Mittelinsel den „Ringschluss“ vollziehen. Deshalb fahren viele Radler lieber aus Richtung Innenstadt kommend gegen die Fahrtrichtung, wenn sie in das Wohngebiet an der Piusstraße oder Dechant-Bohnekamp-Straße wollen.

Und der zweite Problembereich: „Die Stadt ordnet praktisch am Kreisverkehr das Geisterfahren an“, sagt Georg Schmitz. Wer auf seinen zwei Rädern über den Radweg an der Nippesstraße fährt und Richtung Innenstadt will, wird vor dem Kreisverkehr nach links auf den linksseitigen Radweg geleitet. Er radelt wenige Meter gegen die Fahrtrichtung, um dann wieder über die Nideggener Straße auf den rechten Radweg geführt zu werden.

Etliche Stellen gibt es in der Stadt, an denen Geisterfahren gang und gäbe ist. Gepaart wird dieses mit dem häufigen Wechsel der Radwege. Im Bereich der Kreuzung Zülpicher Straße/Oberstraße/Nideggener Straße/Friedrichstraße wechseln Radler munter hin und her: „Weil sich keiner auf diese Wechsel vom linken auf den rechten oder vom rechten auf den linken Radweg einstellen kann, gefährden die Radfahrer sich und alle anderen Verkehrsteilnehmer“, ärgern sich die AG-Mitglieder.

Und damit sich die Verkehrsdisziplin in Düren bessert, streben die Mitglieder der AG „Pro Rad Düren“ eine Aufklärungsaktion an. Beispielsweise zum Thema Geisterradler. „Gerne möchten wir mit der Stadt, Polizei und anderen Partnern eine derartige Aktion machen.“

Und beispielsweise Bodenmarkierungen gegen Geisterradler auftragen.

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