Privatinvestoren übernehmen Werk Reflex

Von: Jörg Abels
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Das Firmenschild hat ausgedient: Ab sofort firmiert die Papierfabrik unter dem Namen „Reflex GmbH & Co. KG“.

Düren. Die Zukunft der Papierfabrik Reflex an der Veldener Straße ist gesichert. 16 Monate nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat Insolvenzverwalter Dr. Mark Boddenberg einen Käufer für den Spezialpapierhersteller gefunden. Zum 1. Februar wird eine Investorengruppe das Werk mit seiner auf 67 Mitarbeiter geschrumpften Belegschaft übernehmen.

Zu den Investoren zählen als Mehrheitsgesellschafter ein privates Familienkonsortium und der in Lendersdorf ansässige, familiengeführte Papierverarbeiter May + Spies. „Das ist für uns eine sehr gute Lösung“, betont Sayit Balaban, Sprecher des Managements während der Insolvenz. „Alle Investoren sind im Bereich Spezialpapiere zu Hause.“

Investitionen angekündigt

Die neugegründete „Reflex GmbH & Co. KG“ soll als unabhängiges und selbstständiges Unternehmen operieren. Die neuen Inhaber planen nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren umfangreiche Investitionen in die Produktionsanlagen, um die Zukunftsfähigkeit, die Effizienz und die Produktflexibilität bei gleichzeitig hohem Qualitätsstandard zu sichern. Eine der ersten vorrangigen Investitionen wird der Bau eines neuen Kraftwerks zur Dampf- und Energieversorgung sein, die aktuell noch über das benachbarte Metsä-Tissue-Werk erfolgt.

Die neuen Eigentümer wollen das Reflex-Produktsortiment ausweiten und neue Märkte erschließen. Das neue Geschäftsmodell basiert auf vier Säulen: Die Produktion und Vermarktung von „Zanders Premium Papieren“ soll kontinuierlich ausgebaut werden. Gleiches gilt für den Bereich hochwertiger Etikettenpapiere. Die dritte Säule bilden technische Papiere, ein viertes Geschäftsfeld soll in Kürze von einem Wettbewerber übernommen werden. Eine Absichtserklärung, so heißt es, wurde bereits unterzeichnet. Ausgehend von den Schwerpunktmärkten Deutschland, Österreich und Schweiz wollen die neuen Besitzer zügig gesamteuropäisch tätig werden, auch eine Expansion nach Übersee sei vorgesehen.

„Angesichts des Potenzials, der starken Marken und vor allem der bewiesenen Loyalität der Kunden und Mitarbeiter sehe ich große Entwicklungsmöglichkeiten für Reflex auf dem Markt“, betont der neue Geschäftsführer Hariolf Koeder, der bereits seit Ende 2013 als Berater für Reflex tätig war.

„Ohne die Motivation und die hohen Leistungen der Mitarbeiter während der angespannten Insolvenzphase hätten wir dieses Ergebnis nicht erreicht“, kommentiert Mark Boddenberg den Verkauf, mit dem seine Arbeit endet. Boddenberg hatte das Werk seit Oktober 2013 mit restriktiven Maßnahmen neu strukturiert, um die Zukunft zu sichern. Die Zeiten, in denen an der Veldener Straße monatlich zum Teil mehr als 200 000 Euro Miese eingefahren wurden, waren schnell vorbei. Allerdings verloren im Zuge der neuerlichen Sanierung auch noch einmal 36 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz.

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