Düren - Premiere für Künstler und Museum im Töpfereimuseum

Premiere für Künstler und Museum im Töpfereimuseum

Von: Sandra Kinkel
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Töpfereimuseum
Gastspiel in der Heimat: Professor Karl Manfred Rennertz stellt bis August im Töpfereimuseum Langerwehe aus. Zu sehen sind Skulpturen aus Holz, Eisen, Bronze und Keramik. Foto: Sandra Kinkel
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Gastspiel in der Heimat: Professor Karl Manfred Rennertz stellt bis August im Töpfereimuseum Langerwehe aus. Zu sehen sind Skulpturen aus Holz, Eisen, Bronze und Keramik. Foto: Sandra Kinkel
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Gastspiel in der Heimat: Professor Karl Manfred Rennertz stellt bis August im Töpfereimuseum Langerwehe aus. Zu sehen sind Skulpturen aus Holz, Eisen, Bronze und Keramik. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Professor Karl Manfred Rennertz ist vermutlich das, was im besten Sinne heimatverbunden ist. 1952 in Eschweiler geboren, ist er in seinem Heimatort Langerwehe aufgewachsen. Nach dem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf hat Rennertz unter anderem in Basel, New York Neu-Delhi, Luxor und Salzburg gearbeitet, hat seit 1981 ein Atelier in Baden-Baden und seit 13 Jahren eine Professur für Bildhauerei an der Fachhochschule in Detmold.

Und trotzdem ist Rennertz immer Langerweher geblieben. Jetzt, mit 65 Jahren, stellt er zum ersten Mal seine Arbeiten in und um das Töpfereimuseum Langerwehe aus. „Der Lehm zwischen den Zehen“, heißt die spannende Schau, die am Sonntag offiziell eröffnet wurde.

Karl Manfred Rennertz stammt aus einer Töpferfamilie, seine drei Brüder sind in dem großen Familienbetrieb aktiv. Rennertz: „Wir haben auf unserem Betriebsgelände einen alten Töpferofen aus dem 12. Jahrhundert gefunden. Das war etwas sehr Besonderes. Ich bin hier in Langerwehe geerdet. Und so erklärt sich auch der Titel meiner Ausstellung. Ich spüre an diesem Ort im wahrsten Sinn des Wortes den Lehm zwischen den Zehen.“ 

Rennertz zeigt im Töpfereimuseum Arbeiten aus Holz, Eisen, Bronze und Keramik, wobei die Keramik sicherlich noch einmal einen besonderen Stellenwert einnimmt. „Ich glaube, dass ich mich mit Keramik auseinandersetze, ist fast schon genetisch“, sagt Rennertz mit einem Augenzwinkern und erklärt sogleich, warum ihn die Arbeit mit diesem Material so fasziniert. „Ich fasse den Ton an und weiß, bei welcher Temperatur ich ihn brennen muss.“ 

Darüber hinaus könne er mit der Keramik Experimente machen, die etwas völlig Neues bedeuten. „Ich mische mir verschiedene Tonarten selbst, experimentiere mit verschiedenen Stoffen.“ Er wolle zeigen, ergänzt Rennertz, welchen Stellenwert die Keramik in der Kunst haben könne. Unter anderem zeigt Rennertz einen großen Kristall aus schwarzem Ton modelliert und mit Blattgold belegt.

Neben seinen Skulpturen aus Keramik zeigt Rennertz in Langerwehe unter anderem Schiefertonreliefs und Büsten. Auch im Außenbereich des Museums gibt es Kunstwerke zu entdecken. „Es war mir wichtig, das ganze Museum zum Ausstellungsraum zu machen.“ So steht vor dem Museumsportal ein großes Eisenei, im Innenhof findet sich einer vier mal vier Meter großes X. „Diese Ausstellung ist wirklich sehr umfangreich.“

Rennertz‘ Arbeiten zeichnen sich dadurch aus, dass Form, Farbe und Material in den Skulpturen zu einer unauflösbaren Einheit werden. Neben seinen Skulpturen präsentiert der Bildhauer auch „künstlerische Nebentechniken“, zum Beispiel Zeichnungen auf Keramikplatten und Skizzen auf sogenannten „Resttonstücken“.

Die Ausstellung von Karl Manfred Rennertz ist nicht nur deswegen für Langerwehe und sein Museum so bedeutsam, weil Rennertz ein international anerkannter Künstler ist. Sie ist auch deswegen so wichtig, weil es die erste große Schau im Töpfereimuseum ist, nachdem bekannt wurde, dass die Gemeinde Langerwehe und Museumsleiterin Dr. Kirsten Maaß sich getrennt haben und die Stelle der Direktion in Zukunft nicht neu besetzt werden soll.

Die Mitarbeiterinnen des museumspädagogischen Teams haben gemeinsam mit Professor Rennertz die Ausstellung vorbereitet und entsprechendes museumspädagogisches Programm entwickelt. „Ich bin sehr begeistert“, betonte Rennertz, „mit wie viel Engagement und Einsatz in diesem Museum gearbeitet wird. Das ist außergewöhnlich.“

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