Powervolleys: Unberechenbarer Kontrahent zum Auftakt

Von: Franz Sistemich
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Er kann den Jubel über einen erfolgreichen Angriff kaum erwarten: Dürens Diagonalangreifer Marvin Prolingheuer geht zwar in seine siebte Profisaison, fühlt sich aber, als wäre er zum ersten Mal dabei. Foto: Sistemich

Düren. Goswin Caro, der Sportliche Leiter des Volleyball-Bundesligisten SWD Powervolleys Düren, spricht angesichts der Ausgeglichenheit des zwölfköpfigen Kaders auf hohem Niveau von gleich zwei erstliga-tauglichen Teams.

Aber am Samstag können zum Saisonauftakt in der Arena Kreis Düren gegen die United Volleys Rhein Main eben nur sechs Spieler antreten.

Und diese Dürener treffen auf einen Gegner mit ähnlichen Voraussetzungen: „Alle zwölf Spieler im Kader sind jederzeit einsatzfähig“, freute sich der Cheftrainer der Hessen, Michael Warm, bei der Pressekonferenz vor dem ersten Pflichtspiel der Saison. Ziel des Teams, das in der Frankfurter Fraport-Arena seine Partien austrägt, ist es, in seiner zweiten Saison in der deutschen Eliteliga noch unberechenbarer zu werden.

Junge Spieler wie Janis Hopt oder Peter Wolf, führte Michael Warm weiter aus, hätten während der Vorbereitung wie schon in der Premierensaison einen großen Schritt nach vorne gemacht und seien jederzeit in der Lage, für die etablierten Stars wie Diagonalangreifer Christian Dünnes, Mittelblocker Lukas Bauer und Zuspieler Jan Zimmermann in die Bresche zu springen.

Unberechenbar dürfte auch das Spiel der Powervolleys sein. Denn im Gegensatz zu den United Volleys Rhein Main, die im Prinzip mit dem Kader der Vorsaison in die zweite Spielzeit gehen, werden viele neue Spieler und ein neuer Trainer für den sportlichen Erfolg des Teams aus der Kreisstadt mit verantwortlich sein.

Libero Blair Bann und Dennis Barthel stehen in der Abwehrarbeit mit den finnischen Brüdern Tomi und Ossi Rumpunen sowie dem Letten Romas Sauss gleich drei neue Annahmespezialisten und Außenangreifer zur Seite. Marvin Prolingheuer und Rudy Verhoeff blieben Düren treu, greifen über die Diagonalposition an. In seine siebte Saison bei den Powervolleys geht Kapitän Jaromir Zachrich. Der Mittelblocker muss sich einen Konkurrenzkampf mit Rückkehrer Michael Andrei und Zugang Tim Broshog liefern.

Kein Zuspieler der vergangenen Spielzeit blieb an der Rur. Der Kanadier Jeff Blankenau und Jan Sippola sind nun die neuen Ideengeber der Dürener Angreifer.

Und alle Spieler fordert und fördert ein neuer, bislang erfolgreicher Trainer: der 29-jährige Tommi Tiilikainen, der in seiner Heimat Finnland je dreimal die Meisterschaft und den Pokal gewann.

In Düren ist der Nachfolger von Anton Brams nicht angetreten, um nur Dritter oder Vierter zu werden. Sein Ziel: „Wir wollen jedes Spiel gewinnen und am Ende die Trophäe holen.“ Schließlich gebe es im Volleyball nur Sieg oder Niederlage. Und wer wolle schon verlieren? Natürlich weiß der Trainer, dass dieses Sieg-Unterfangen ein sehr, sehr schweres sein wird, aber: „Wenn wir etwas anderes wollen würden, würde ich besser zu Hause bleiben und Kaffee trinken.“

Erwartungshaltungen und Zielvorgaben interessieren den Coach sowieso nicht: „Hier in Deutschland scheint das eine Rolle zu spielen. Für mich zählt das nicht, für mich zählt, dass wir viele harte Kämpfe in einer starken Bundesliga führen werden“, erklärte Tiilikainen.

Für die Hausherren ist es am Samstag die vierte Partie unter dem neuen Coach: „Wir wollten keine Saison vor der Saison spielen und haben deshalb nur drei Testspiele bestritten“, sagte der Trainer.

Die Auftaktpartie gegen die United Volleys wird der erste Prüfstein sein. Und dieser Prüfung fiebern auch die Spieler entgegen: „Die Vorfreude ist sehr groß“, meinte beispielsweise Michael Andrei. Für Jaromir Zachrich stellt sich der Saisonstart noch irgendwie unwirklich dar: „Wir haben eine intensive und harte Vorbereitung hinter uns. Da fühlt es sich auf der einen Seite unwirklich an, dass es jetzt losgeht. Auf der anderen Seite können wir es kaum erwarten, von der Leine gelassen zu werden.“ Bei Marvin Prolingheuer „kribbelt es, als wäre ich zum ersten Mal dabei“. Oder kurz und knapp: „Ich bin heiß wie eine Herdplatte.“

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