Powervolleys: Pompe zehrt weiter von der Goldmedaille

Von: Franz Sistemich
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Hinter Matthias Pompe, dem Annahmespezialisten des Bundesligisten SWD Powervolleys Düren, liegen spannende Monate, ebensolche erwartet der Routinier auch für die kommende Saison. Foto: Conny Kurth

Düren. Matthias Pompe blickt auf spannenden Monate zurück. Und nicht weniger langweilig werden die kommenden Monate für den Außenangreifer des Volleyball-Bundesligisten SWD Powervolleys Düren werden: „Im Gegenteil, sie dürften auch eine spannende Angelegenheit werden“, sagt der 31-Jährige und schmunzelt.

Pompe krönte die Saison 14/15 mit dem Gewinn der Goldmedaille bei den Europa-Spielen in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans. 3:1 bezwang die deutsche Nationalmannschaft im Finale das Team aus Bulgarien. Auch wenn der Annahmespezialist aus Düren während des Turniers nur wenige Einsatzsatzzeiten aufzuweisen hatte („Dies war mir schon im Vorfeld klar“), bejubelte er den ersten Platz so überschwänglich wie seine Team-Kollegen: „Das ist schon ein überwältigendes Gefühl, mit Gold nach Hause zu kommen.“

Doch nicht nur der Gewinn des Edelmetalls beeindruckte den Routinier, sondern auch die ganze Atmosphäre in Baku – von der Teilnahme an der Eröffnungsfeier über das Training im Kraftraum mit Athleten verschiedener Sportarten und unterschiedlichen Ländern.

Sportlich betrachtet stellte die Halbfinalpartie gegen Russlands Auswahl die größte Hürde dar. Die physisch starken Russen hatten die Deutschen in der Vorrunde bezwungen, gingen als Favorit in die Begegnung. Doch die Deutschen änderten die Taktik und zogen Hoffnung aus der Statistik: „In 70 Prozent der Fälle verliert die Mannschaft, die in den Gruppenspielen gewonnen hat“, weiß Pompe. Und weil Bundestrainer Vital Heynen seinen Jungs den Gewinn der Goldmedaille eingetrichtert hatte, ließen sich die deutschen Nationalspieler nicht aufhalten. So gab es nach dem Einzug ins Endspiel und dem Gewinn der Goldmedaille nur einen kleinen Wermutstropfen: Eine große Jubelsause war nicht möglich. Denn: Nur wenige Stunden nach Spiel und Siegerehrung startete der Flieger Richtung Heimat.

Wochen später schwebt Pompe zwar nicht mehr auf „Wolke sieben“, aber „so wirklich habe ich noch immer nicht realisiert, was in Baku geschehen ist“. Die Euphorie hält weiter an, der 31-Jährige ist nicht in ein tiefes mentales Loch gefallen. So fällt es ihm leicht, sich wieder dem sportlichen Alltag an der Rur zu stellen.

Die Saisonvorbereitung bei den SWD Powervolleys hat Anfang August begonnen. Mit neuem Trainer und zunächst kleinem Kader. Nur sechs Spieler inklusive eines Zugangs nahmen unter dem Deutsch-Amerikaner Anton Brams das gegenüber dessen Vorgänger neu gestaltete Training auf. Es könnte noch bis Mitte Oktober – die Spielzeit beginnt Ende des Monats – dauern, bis alle Akteure des zwölfköpfigen Kaders dem neuen Coach zur Verfügung stehen. Dass Libero Blair Bann zu den Aktiven gehört, die wegen Nationalmannschafts-Verpflichtungen erst spät zum Kader stoßen, erachtet der Annahmespezialist als nicht so tragisch: „Schließlich haben wir ja schon in der vergangenen Saison zusammengespielt.“ Interessanter ist da schon, dass die beiden neuen Zuspieler auch erst später zum Team stoßen sollen. Dennoch sieht Pompe keinen allzu großen Nachteil für seine Mannschaft: „Den meisten anderen Mannschaften wird es nicht anderes ergehen. Auch die werden keine eingespielten Teams zum Start haben.“ Da stellt sich für Pompe die Frage: „Wer wird am schnellsten sein Potenzial abrufen?“

Spannend wird für ihn die kommende Bundesliga-Saison nicht nur vor diesem Hintergrund. In den ersten Wochen der neuen Punkterunde wird der Trainer kaum weiter am Feinschliff arbeiten können: Englische Wochen stehen wegen Bundesliga, DVV-Pokal und CEV-Wettbewerb an. Die Übungseinheiten werden angesichts der drei Spiele pro Woche und der Reisen eher regenerativen Charakter haben. „Die Winterpause Ende Dezember/Anfang Januar wird uns Gelegenheit geben, den Saisonverlauf bis zu diesem Zeitpunkt zu reflektieren und an den entsprechenden Stellschrauben zu drehen.“

Schließlich lautet das Saisonziel Halbfinale. „Kein leichtes Unterfangen“, findet Pompe, hätten sich doch einige Vereine hinter den beiden Überfliegern VfB Friedrichshafen und Berlin Recycling Volleys verstärkt. „Die Liga ist ausgeglichener geworden“, empfindet er mit Blick auf Teams wie SVG Lüneburg, TSV Herrsching, Aufsteiger Rhein-Main-Volleys oder Konkurrenten wie TV Bühl oder TV Rottenburg. „Für uns stellt sich auch die Frage, wie wir die Dreifach- oder Doppelbelastung verkraften“, sagt Pompe und weist auf Mannschaften wie Lüneburg oder die Rhein-Main-Volleys hin, die eben nicht auf europäischer Ebene spielen: „Bühl hat in der Endphase 14/15 auch nachgelassen.“

Das soll den Powervolleys nicht passieren. Vielleicht kann Matthias Pompe dann auch zum Ende der Spielzeit 15/16 nicht nur auf eine spannende, sondern auch auf eine wieder erfolgreiche Spielzeit zurückblicken.

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