Powervolleys noch rechtzeitig zurück in der Spur

Von: Franz Sistemich
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Erst überlegen, dann katastrophal, am Ende der jubelnde Sieger: Sebastian Gevert und die Powervolleys stehen im Halbfinale. Foto: Rudi Bartgens

Düren. Es fielen Worte wie „katastrophal“, „unerklärlich“ und „sensationell“. Diese Worte beschreiben kurz den vierten Satz des Viertelfinales um den DVV-Pokal zwischen den Powervolleys Düren und dem CV Mitteldeutschland. 3:1 bezwangen die Dürener am Mittwochabend in der Arena Kreis Düren die Mitteldeutschen.

Aber: In eben diesem vierten Abschnitt schien die Gefahr sehr groß, dass der Einzug in die Runde der letzten vier Mannschaften nur noch über die Unwägbarkeiten des Tiebreaks zu erreichen sei.

Was war geschehen? Die Powervolleys dominierten die beiden ersten Sätze mit 25:21 und 25:15. Doch nach der obligatorischen Pause von zehn Minuten war es mit der Herrlichkeit vorbei. Gewiss, in der Schlussphase des dritten Satzes hätte speziell der eingewechselte Diagonalangreifer Sebastian Gevert den Sieg perfekt machen können. Der Deutsch-Chilene verwandelte zwar kraftvolle Angriff in Punkte, blieb aber auch im Block hängen. So gelang den Mitteldeutschen mit dem 28:26 der 1:2-Anschluss.

Die Gäste spielten sich, vom Satzgewinn beflügelt, in einen Rausch. Düren brach auseinander. Nichts mehr war zu sehen von der zupackenden Block- und Feldabwehr. Die Annahme stimmte nicht, das Zuspiel kam nicht an, die Angreifer punkteten nicht mehr. Das Verhängnis nahm seinen Lauf: 2:10, 5:16, 7:18 lagen die Dürener zurück. Von Power nichts zu sehen. „Das war schon katastrophal, was wir da geboten haben“, fasste Außenangreifer und Annahmespieler Matthias Pompe die Aktionen, die zu den ersten 25 Punkten führten, in einem Satz zusammen.

Trainer Michael Mücke meinte: „Das war unerklärlich.“ Und der Kapitän sagte: „Die Gäste profitierten davon, dass wir so schlecht waren.“ Im Umkehrschluss sagte Jaromir Zachrich deshalb auch: „Wenn wir gut waren, waren die schlecht.“ Und die Hausherren wurden besser. Sie verzagten nicht, sie kämpften sich Punkt für Punkt heran: „Wir haben nie an eine Niederlage gedacht, nie an den Tiebreak. Wir wollten einfach nur den Satz und damit die Partie gewinnen“, sagte Dürens Spielführer. „Wir haben uns immer nur auf den nächsten Ball konzentriert“, erklärte Matthias Pompe. Und mit jedem Punkt, den Düren aufholte, wuchs das Selbstvertrauen. „Das war schon sensationell, wie wir in dieser Phase gespielt haben“, freute sich Pompe.

Der Routinier nannte auch einen Grund für die Wende: die Ausgeglichenheit des Dürener Kaders. Als Diagonalangreifer Marvin Prolingheuer im gegnerischen Block seinen Meister fand, wechselte Mücke Gevert ein. Als der sich nicht durchsetzen konnte, kam Prolingheuer wieder auf das Feld. Und dann wieder Gevert: „Diese Ausgeglichenheit ist unser Plus“, freute sich auch Geschäftsführer Rüdiger Hein.

Ein Manko ist dagegen in dieser Saison – siehe auch die Niederlage im Meisterschaftsspiel bei der VSG Coburg/Grub – die fehlende Konstanz. Sebastian Gevert sprach diese Schwäche ebenso an, wie seine Mitstreiter, und auch Michael Mücke und Rüdiger Hein monierten die Schwankungen im Spiel der Powervolleys. „Es reicht einfach nicht, nur 80 Prozent zu geben. Du musst auch nach der Pause bei einer 2:0-Führung mit 100 Prozent in den dritten Satz gehen“, sagte der Trainer. „Man sieht ja, was passieren kann, wenn du nicht unverändert konzentriert bist. Das stärkt nur den Gegner“, meinte der Geschäftsführer.

Aber eben dieser Gegner aus Mitteldeutschland traf auf einen Gastgeber, der noch rechtzeitig wieder in die Spur fand: „Ich habe kurz vor Schluss in der Auszeit gesagt, dass wir jetzt siegen werden, weil wir mit Herz spielen“, erzählte Gevert. Und auch Michael Mücke erwies sich als Prophet: „Ich habe Tomas Kocian, als ich den Zuspieler für Ciaran McGovern einwechselte, gesagt: Wir gewinnen das noch.“ Da lag Düren noch hoch zurück. Und was sagte Mücke nach all den Jubelszenen? „Man sollte halt dem Trainer immer glauben.“

Feiern darf Düren den Halbfinaleinzug nicht all zu lange: Am Sonntag gastiert der Deutsche Meister Berlin Recycling Volleys in der Arena Kreis Düren. Anpfiff zum Meisterschaftsspiel ist um 17 Uhr.

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