Powervolleys: Neuer Sponsor erleichtert die Planungen

Letzte Aktualisierung:
13115229.jpg
Reines Volleyball-Spielfeld ohne „fremde“ Linien, dafür LED-Banden für die bessere Präsentation der Sponsoren: In der Arena wird sich zum Saisonbeginn einiges verändern. Foto: Guido Jansen

Düren. Neuer Trainer, neuer Sponsor, neues Aussehen der Arena Kreis Düren bei Heimspielen: Beim Volleyball-Bundesligisten SWD Powervolleys Düren hat sich über den Sommer viel verändert. Die Dürener Zeitung sprach mit Geschäftsführer Rüdiger Hein und Gesellschafter Erich Peterhoff über Schritte nach vorne, Altlasten und die neue Saison, die am 22. Oktober mit einem Heimspiel gegen die United Volleys Frankfurt beginnt.

Mit der Allianz ist einer der größten Versicherer der Welt als Sponsor bei Ihnen eingestiegen. Spielen die Powervolleys finanziell jetzt in einer anderen Liga?

Peterhoff: Das wäre der falsche Rückschluss. Das Engagement hilft uns, mindestens für zwei Jahre besser planen zu können. Die Allianz ergänzt unseren wichtigen Pool an lokalen und regionalen Sponsoren. Für uns ist das eine tolle Sache. Wir sind stolz, dass die Allianz sich für uns entschieden hat.

Allerdings investieren sie nicht nur in unseren Profi-Kader. Ein Teil des Geldes geht an die Volleyball-Akademie und die Nachwuchsarbeit. Dass wir finanziell jetzt auf Augenhöhe mit Berlin oder Friedrichshafen sind, davon sind wir weit entfernt. Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht, andere folgen hoffentlich.

Wie ist das Allianz-Engagement zustande gekommen?

Peterhoff: Sie haben zwei Teams außerhalb des Fußballs gesucht, mit denen sie auf regionaler Ebene etwas bewegen wollen in Sachen Aufmerksamkeit und Nachwuchsarbeit. Im Vorfeld hat die Allianz Umfragen im Aachen/Dürener Raum gemacht, wie der Bekanntheitsgrad und die Beliebtheit unseres Teams ist. Wir sind stolz, dass wir da gut abgeschnitten haben. Neben den Handballern aus Leipzig haben Allianz-Verantwortlichen sich für uns entschieden.

Sie sprachen von Schritten, die noch folgen. Welche sind das?

Hein: Uns war schon länger klar, dass wir daran arbeiten müssen, wie wir uns bei Heimspielen präsentieren. Da ändert sich zur neuen Saison viel. Wir spielen jetzt jedes Heimspiel auf einem Untergrund, der optisch nur das Volleyball-Spielfeld erkennen lässt. Und wir haben in eine große LED-Bande investiert, auf der sich unsere Sponsoren mit Filmen und Animationen präsentieren können.

Was bedeutet das konkret?

Peterhoff: Dass auf dem Spielfeld nicht mehr die Linien anderer Sportarten zu sehen sind. Bisher hat es zwei Tage gedauert, den gesonderten Volleyball-Boden auszulegen. Daran ist das oft gescheitert. Wir haben die Abläufe optimiert. Jetzt schaffen wir es im Extremfall, den Boden sogar am Morgen vor einem Spiel auszulegen. Dank der LED-Werbebande müssen sich Sponsoren nicht mehr im Vorfeld der Saison für eine fixe Werbung entscheiden. Wir sind da viel flexibler. Außerdem wollen wir die Bande, die zu einer 27 Quadratmeter großen Leinwand umgebaut werden kann, auch vermieten.

Wo steht der Klub finanziell? Läuft das Abbauen der Schulden aus den Champions-League-Jahren 2005 bis 2007 immer noch?

Peterhoff: Ja, da ist noch was übrig. In der vergangenen Saison konnten wir nichts abtragen. Das lag unter anderem an den Ausgaben für das Jubiläum 50 Jahre Volleyball und einem schwierigen Spielplan für unser Team. Wir sind trotzdem auf einem guten Weg. Das sieht man daran, dass wir einer von vier Klubs aus den Bundesligen der Frauen und Männer sind, die ihre Lizenz ohne jede Auflage erhalten haben. In der Saison 2007/08 haben wir beschlossen, die Schulden innerhalb von zehn Jahren abzubauen. Da liegen wir auf Kurs.

Ein langer Prozess. Wäre das nicht auch schneller gegangen?

Hein: Ja, dafür hätte es zwei Möglichkeiten gegeben. Entweder wir hätten an der Mannschaft mehr Geld eingespart, hätten vielleicht sogar einen Abstieg einkalkuliert. Dann wäre das in wenigen Jahren abgetragen gewesen. Wir haben uns aber dagegen entschieden, weil wir unseren Fans und Sponsoren weiter ein Team bieten wollten, das Spaß macht. Oder wir hätten ein Insolvenzverfahren anstreben können.

Das haben mehrere Bundesligisten in jüngster Zeit gemacht. Alle Entscheider bei uns waren aber der Meinung, dass wir unseren Rucksack nicht über Bord werfen und die Schulden damit zu Lasten der Gläubiger gehen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, das in kleinen Schritten aus eigener Kraft zu schaffen. Das ist vielleicht der schwerste Weg, aber aus unserer Sicht der beste.

Wo sehen Sie das neue Team um den neuen Trainer Tommi Tiilikainen?

Hein: Das, was ich gesehen habe, stimmt mich sehr zuversichtlich. Wir haben einen hart und sehr modern arbeitenden Trainer, die Stimmung im Team macht auf mich einen sehr guten Eindruck. Wenn ich auf unseren Mittelblock mit den Neuzugängen Michael Andrei und Tim Broshog blicke, die übrigens beide Nationalspieler sind – das ist schon hochklassig. Unsere drei Kanadier waren bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro – auch das will etwas heißen.

Peterhoff: Die nächste Bundesliga wird stärker. Viele Teams haben sich verbessert, wenn man sich die Transferliste anschaut. Uns muss es gelingen, dass die Mannschaft mehr wird als die Summe der einzelnen Spieler. Wir brauchen ein kompaktes und harmonisches Team. Unser Ziel bleibt, Platz sechs und damit die direkte Qualifikation für die Playoffs zu schaffen. Das wird schwer genug. Aber wenn das Team weiter so gut arbeitet wie bisher, dann bin ich sehr zuversichtlich.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert