Powervolleys: Mario ist für die harten Aufschläge zuständig

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
12872767.jpg
Feuer frei: Aus über drei Metern Höhe schießt Mario die Bälle über das Spielfeld. Trainer Tommi Tiilikainen setzt die Ballmaschine derzeit täglich ein. Wenn alle Spieler in Düren eingetroffen sind, erhält Mario wieder weniger Einsatzzeit. Foto: Guido Jansen
12876626.jpg
Futter für Mario: Die Bälle für die Maschine zeigen deutliche Abnutzungsspuren. Foto: Guido Jansen

Düren. Mario frisst Bälle. Und wenn er gefressen hat, dann gehört Aufräumen nicht zu seinen Stärken. Das müssen dann die Spieler des Volleyball-Bundesligisten Powervolleys Düren machen. Mario heißt die Ballmaschine, die die Powervolleys im Training zum Einsatz bringen.

Ein 3,50 Meter hohes Konstrukt mit einem Kopf, der aus zwei unabhängig voneinander rotierenden Rollen besteht, zwischen die ein Ball eingeklemmt und damit abgefeuert wird. Auf 1,50 Meter befindet sich eine Plattform, auf der derjenige stehen kann, der Mario mit Bällen füttert. Neben der Plattform sind Halterungen angebracht, in die Ballkörbe eingehangen werden.

Seine Heimat ist die Düren-Arena. Sechs Jahre lang war Mario ohne Namen. Bis der neue Trainer Tommi Tiilikainen kam und Mario zu ihm sagte. Bei seinem bisherigen Verein Kokkolan Tiikerit in Finnland hatten sie keine Ballmaschine. „Aber bei der finnischen Nationalmannschaft. Und weil das Ding aus Italien kam, haben wir es einfach Luigi genannt“, sagt Tiilikainen zum Prozess der Namensfindung für Mario. Denn die Dürener Maschine stammt ebenfalls aus Italien, einem Land, in dem Volleyball viel größere Bedeutung hat als in Deutschland.

Im Tennis und im Tischtennis sind Ballmaschinen bekannt. Im Volleyball ist das anders. Training mit der Maschine gibt es nicht bei jedem Bundesligisten. In Düren schwören sie aber darauf. Gerade im Moment. Denn Mario ist ein perfekter Lückenbüßer. Zwölf Mann stark ist das neue Dürener Team, fünf davon fehlen noch, weil sie mit ihren Nationalmannschaften unterwegs sind. Darunter sind die Spielmacher Jay Blankenau aus Kanada und der Finne Jani Sippola. Bedeutet für‘s Training: Spielen mit Ballberührung eins, zwei, drei geht nicht ohne Mann für Nummer zwei.

Also setzt Tiilikainen auf einzelne Elemente. Beispielsweise die Annahme der gegnerischen Aufschläge. Da kommt Mario ins Spiel. „Er kann hart, weniger hart, mit viel Spin, er kann die Bälle stark flattern lassen“, beschreibt Tiilikainen. Er kann alles, was ein Volleyball-Profi beim Aufschlag können muss. Alles eine Frage der Einstellung an den Stellschrauben für die Geschwindigkeit des oberen und unteren Rades, des Neigungswinkels und der Richtung. Mario kann im Sekundentakt ballern, wenn er schnell genug gefüttert wird. Mit bis zu 120 km/h pustet er die Bälle über das Netz. Und er trifft immer, wenn er richtig eingestellt ist.

Und er frisst Bälle. Denn die Spielgeräte, die schon länger mit Mario zu tun haben, sind irgendwann aufgebraucht. Schuss für Schuss schleift die Maschine ein kleines Bisschen Lederschicht ab.

„Am Anfang stottert er immer ein bisschen“, beschreibt Kapitän Jaromir Zachrich die ersten Momente, nachdem Mario an den Strom angeschlossen wurde. „Aber dann schnurrt er wie ein Kätzen. Allerdings ist er ansonsten ziemlich wortkarg.“ Deswegen ist sein Typ für Auswärtsfahrten auch nicht gefragt, dann, wenn die Spieler mehr Zeit miteinander verbringen. Und weil er nicht in den Mannschaftsbus passt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert