Powervolleys im Halbfinale: „Wir können Friedrichshafen schlagen“

Von: Sandra Kinkel
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Freude pur! Nach zehn Jahren schaffen die Powervolleys noch einmal den Einzug ins Halbfinale. Foto: jan

Düren. Dass der VfB Friedrichshafen sich eher die SVG Lüneburg als Gegner für das Halbfinale um die Deutsche Volleyball-Meisterschaft gewünscht hat, ist nur ein Gerücht – ein sehr hartnäckiges allerdings.

„Man hört jedenfalls Entsprechendes vom Bodensee“, sagt Jaromir Zachrich, Spielführer der SWD Powervolleys und überglücklich, dass sein Team am Mittwochabend das dritte und entscheidende Play-off-Viertelfinale gegen Lüneburg gewonnen hat. Er selbst habe nie daran gezweifelt, dass Düren nach zehn Jahren noch einmal den Einzug ins Halbfinale schafft.

„Aber nach der verlorenen Partie in Hamburg ist das ‚Düren-Phänomen‘ wieder eingetreten. Viele haben gedacht, dass wir nach dieser Niederlage schon raus sind. Ich musste einige ziemlich anstrengende Gespräche führen, um Leute davon zu überzeugen, am Mittwoch in die Arena zu kommen. Irgendwie fehlt vielen Dürenern der Glaube daran, dass wir auch nach einer verlorenen Partie noch viel bewegen können. Aber wir können.“ Zachrich & Co. rechnen sich gute Chancen aus, das Halbfinale zu gewinnen.

„Natürlich wird das schwer“, sagt der Spielführer. „Wir wissen, dass Friedrichshafen einen völlig anderen Etat hat als Düren. Schon allein deswegen ist dort mehr möglich.“ Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass der VfB eine sehr junge Mannschaft habe. Zachrich: „Wir sind an Friedrichshafen näher dran als jemals zuvor. Wenn wir unsere Topform abrufen können, und davon gehe ich ganz fest aus, können wir das Team von Vital Heynen schlagen.“

Für Düren sei es gut, dass aus dem „Best of 5“ wegen der Europapokalverpflichtungen von Frankfurt ein „Best of 3“ geworden sei. „Vor allem ist das für meine alten Knochen gut“, sagt Zachrich (31) schmunzelnd. „Aber im Ernst: Von zehn Spielen gegen Friedrichshafen können wir vielleicht vier gewinnen. Wenn zwei zum Sieg reichen, ist das besser, als wenn wir drei brauchen.“ Übrigens sei die viel gescholtene Friedrichshafener Halle keineswegs schuld am Abschneiden der Dürener.

„Die Halle wurde nur für den Volleyballsport konzipiert und hat schon ihre Besonderheiten. Aber man gewinnt oder verliert kein Spiel wegen einer Halle. So eine Ausrede lassen wir nicht gelten.“ Wie immer sind die Powervolleys in Friedrichshafen im Hotel „Goldener Hirsch“ untergebracht – und Chefin Kerstin Seeger freut sich schon sehr auf die Stammgäste aus Düren. „Wir haben uns mittlerweile richtig aneinander gewöhnt“, erzählt die Hoteliersfrau. Logisch, dass die Powervolleys immer die Zimmer mit den Betten ohne Fußteil bekommen. Und beim Trainingslauf ist manchmal auch der Hotelhund mit von der Partie.

Spezielles Essen, so wie es das in Düren immer für die Spieler aus Friedrichshafen gibt, die einen selbst gebackenen Kuchen bekommen, bekommen die Powervolleys im „Hirschen“ nicht. „Aber wir versuchen schon, alle Wünsche so gut wie möglich zu erfüllen“, sagt Seeger. Einer, der ganz in der Nähe zu Friedrichshafen – nämlich in der Nachbarstadt Ravensburg – lebt und arbeitet, ist der frühere Dürener Kämmerer Harald Sievers, der mittlerweile Landrat im Kreis Ravensburg ist. „Friedrichshafen gehört zwar zum Bodenseekreis“, sagt Sievers, „aber es liegt nur einen Steinwurf von uns entfernt.“

In der Bodensee-Stadt sei Volleyball absolut populär, in Ravensburg sei dagegen Eishockey Sportart Nummer eins. „Die ‚Ravensburg Towerstars‘ spielen in der Zweiten Bundesliga. Das ist hier ein großes Thema.“ Er selbst könne sich das erste Play-off aus Termingründen am 9. April leider nicht anschauen. „Obwohl ich Volleyball noch aus meinen Münsteraner Zeiten sehr mag. Aus alter Verbundenheit würde ich es den Dürenern natürlich gönnen, dass sie gewinnen.“

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