Powervolleys: Einmal als Favorit, einmal als Außenseiter

Von: Guido Jansen
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Rückkehr in die Heimat: Tim Broshog tritt heute und morgen mit den Powervolleys in Berlin an. Am Sonntag will der dem Meister die ersten Negativ-Punkte einbrocken. Foto: Jansen

Düren. Unterschiedlicher könnten die zwei Aufgaben nicht sein, die am Wochenende auf Dürens Bundesligavolleyballer warten. Die Powervolleys reisen nach Berlin, um dort am Samstag (18 Uhr) gegen das Nachwuchsprojekt VC Olympia Berlin zu spielen. Düren ist klarer Favorit, drei Punkte sind Pflicht.

Am Sonntag ab 16 Uhr sind die Berlin Recycling Volleys der Gegner, die Mannschaft, die in der vergangenen Saison Meisterschaft, Pokal und Europapokal gewonnen hat. Aktuell weisen die Volleys eine makellose Bilanz von 18:0 Punkten und 18:0 Sätzen auf.

Dürens Mittelblocker Tim Broshog macht trotzdem keinen Unterschied zwischen beiden Aufgaben. Das sagt er zumindest. „Wir müssen konsequent spielen“, formuliert der gebürtige Berliner. Das passt zu beiden Gegnern. Gegen den VC Olympia, bei dem ein Großteil der aktuellen Junioren-Nationalmannschaft zusammengezogen ist, müssen Dürens Volleyballer Konsequenz beweisen, auch dann, wenn sie möglicherweise deutliche Führungen aufgebaut haben.

Schon mehrfach hatten die SWD Powervolleys Probleme damit, Sätze zu Ende zu spielen, weil sie kurz vor Schluss vermeintlich sichere Führungen herausgespielt hatten. Das Team schaltete runter in den Standgas-Modus und wurde dafür bestraft. Die Mission gegen das jüngste Team der Liga könnte lauten, nur Punkt für Punkt zu denken, auch wenn der Vorsprung sicher zu sein scheint. „Ich war selbst beim VC Olympia. Ich weiß, wie das ist, wenn du locker und ohne Druck drauflos spielen kannst. Da musst du als Gegner richtig aufpassen“, sagt Broshog, der Berliner.

Zudem gilt es für die Powervolleys, Kräfte zu sparen. Schließlich vergehen bis zum Anpfiff der nächsten Aufgabe gerade einmal 22 Stunden. Trainer Tommi Tiilikainen sieht darin kein Problem. Zwar gewährt er auch weiterhin keine Einblicke in seine geplante Startaufstellung. Zu vermuten ist, dass er gegen die Junioren einige seiner Stammspieler schonen will. Das bedeutet gleichzeitig Chancen für Spieler, die bisher weniger Einsatzzeiten erhalten haben. Die dürften dann weniger Probleme haben, weil sie das Gefühl haben, endlich von der Leine gelassen zu werden.

Die Berlin Recycling Volleys sind eine andere Nummer. Sie sind die Nummer eins in Deutschland, ein körperlich großes und starkes Team, das vor allem im Angriff ordentlich hinlangen kann. „Aber das können wir auch“, sagt Broshog. „Wenn wir an unserem Limit spielen, dann können wir jeden Gegner schlagen“, erklärt der 2,05-Meter-Hüne. Außerdem muss Düren konsequent sein. „Gegen Berlin kriegst du nicht viele Chancen im Gegenangriff. Die musst du dann allerdings nutzen“, erklärt der Berliner im Team der Powervolleys.

Das Problem, dass Düren zu früh vom Gas geht, dürfte gegen die Berliner nicht eintreten. Deutliche Führungen sind gegen die Volleys nicht zu erwarten. Broshog und seine Blocker-Kollegen werden gegen die großen Berliner alle Hände voll zu tun haben. Mit Paul Carroll und Robert Kromm verfügt der Meister über zwei Angreifer auf den Außenpositionen, die internationale Spitzenklasse haben. Vermutlich setzt Düren Marvin Prolingheuer und Romans Sauss dagegen. Beide haben im bisherigen Saisonverlauf schon bewiesen, dass sie zu dem Besten gehören, das die Bundesliga zu bieten hat.

Die Einstellung, dass die Powervolleys ganz befreit ohne Druck gegen den Meister antreten können, teilt Tim Broshog nicht. „Warum auch? Wir fahren da hin und spielen auf Sieg“, sagt er vor dem Spitzenspiel des Wochenendes. Aus der beeindruckenden Bilanz der Berliner zieht Broshog Motivation. „Sie haben noch keinen Satz verloren. Das wird mal Zeit“, sagt er. Erreichen wollen er und seine Mitspieler die ersten Vermerke auf der negativen Seite für Berlin mit einer Blickweise, die nicht nur am Hauptstadt-Wochenende gilt: Punkt für Punkt denken.

Der Blick auf das jüngste Spiel der Berliner zeigt, wie anspruchsvoll die Aufgabe werden kann. Die Volleys haben am Donnerstag gegen den TSV Herrsching den Einzug in das Pokalfinale geschafft. Gegen jene Herrschinger, die Düren die bisher schmerzhafteste Niederlage der Saison im Pokal-Viertelfinale beigebracht hatten. Die Satzergebnisse erzählen die Geschichte einer sportlichen Höchststrafe für die Herrschinger. 25:22, 25:9, 25:16 gewannen die Hauptstädter. Der TSV war zwar ersatzgeschwächt in Berlin angetreten, trotzdem hat der große Favorit die Partie offenbar komplett ernst genommen. Die Möglichkeit, dass der Tabellenführer die Powervolleys unterschätzen, ist gering. Es wäre töricht angesichts der starken Dürener Saison bisher.

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