Powervolleys: Der Abiturient schlägt den Weltstar

Von: jan
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Dürens Sebastian Gevert gegen Christian Dünnes (United Volleys): Das Duell der Diagonalgreifer dürfte auch über Sieg und Niederlage entscheiden. Foto: Rudi Bartgens

Düren/Lyon. Wie schlägt man einen Weltstar? Der Volleyball-Bundesligist SWD Powervolleys Düren hat im Europapokal die ideale Antwort für alle Mannschaften gegeben, die kein internationales Schwergewicht in ihren Reihen haben: variabel und kompakt spielen.

So hat Düren die Auswärtsaufgabe im Europapokal in Lyon am Mittwoch mit 3:1 gemeistert, steht im Achtelfinale und hat sogar noch ein paar Häkchen hinter Punkten gemacht, die nicht zu den Pflichten gehörten, sondern auf einer sportlichen Wunschliste gestanden haben.

Der Dritte der vergangenen Saison in Frankreich, Asul Lyon Metropole, hat mit Vladimir Nikolov einen Angreifer in seinen Reihen, der seit rund 15 Jahren in der Liga der Weltstars spielt. Düren hat beispielsweise einen Dennis Barthel zu bieten, 19 Jahre alt, Abiturient. Zweimal hat der Abiturient jetzt mit seiner Mannschaft gegen das Team des Weltstars gewonnen.

Das lag sicher nicht alleine an Barthel, sondern daran, dass Düren in beiden Spielen variantenreicher angegriffen hat. Wer einen Weltstar hat, der gibt diesem viele Bälle im Angriff. Mit einer ganzen Handvoll guter Angreifer verteilt man die Last einfach gleichermaßen auf mehrere Schultern und kann damit in der Summe das bessere Team sein. Düren hat das gegen Lyon gezeigt. „Es ist wichtig, dass wir variabel spielen, damit der gegnerische Block möglichst wenig Ideen hat, worauf er sich einstellen muss“, sagt Trainer Anton Brams, der sein Team für den Auftritt in Lyon lobt, weil „jeder Spieler seine Stärken eingebracht hat. Wenn uns das gelingt, dann spielen wir stark“.

Die aus Brams Sicht wichtigste Erkenntnis der Lyon-Reise ist, dass es seinem Team gelungen sei, sich nach dem misslungenen ersten Satz in die Partie zu kämpfen. „Außerdem sind wir ruhig geblieben, als unser Vorsprung im dritten Satz geschmolzen ist, weil Lyon mit zwei Netzrollern Glück hatte. Wir haben diese Situationen einfach hinter uns gelassen und uns auf die Dinge konzentriert, die wir beeinflussen können: die nächsten Ballwechsel. Genau diese Denkweise brauchen wir“, sagte Brams.

Das gilt nicht nur für die Spieler, die häufig in der Stammformation stehen. In Lyon war das Erreichen des Europapokal-Achtelfinales nach dem gewonnenen dritten Satz sicher, Brams wechselte dann durch, brachte im Außenangriff eben jenen Dennis Barthel und den Kanadier Brook Sedore, der das Spielfeld unter Wettkampfbedingungen bisher fast gar nicht gesehen hat. „Es war klar, dass Brook ein wenig Zeit brauchen würde. Schließlich schulen wir ihn um von der Diagonalen zum Außenangriff“, erklärte Brams.

Sedore werde immer besser, in dem vom Trainer als „kleine Generalprobe“ bezeichneten vierten Satz hat der Kanadier jedenfalls überzeugen können. Wie Shibo Yu, der Spielmacher aus China, der bisher meistens hinter dem US-Amerikaner Matt West zurückstecken musste: In Lyon gehörte Yu nach seiner Einwechslung zu den Sieggaranten. „Das ist sehr gut für sein Selbstvertrauen“, sagte Brams. „Und das bringt uns auf unserem Weg ein gutes Stück weiter.“ Das Ziel lautet, jeden Spieler so weiter zu verbessern und zu stärken, dass jeder jederzeit zu einer Gefahr für den Gegner werden kann.

Neben dem großen Ziel, das Achtelfinale im Europapokal zu erreichen, kann Brams also den Punkt auf der seiner Wunschliste, etwas für das Wachstum der Mannschaft zu tun, ebenfalls abhaken. Zumindest für einen Tag.

Jetzt geht es um den nächsten Punkt. Der heißt in etwa: Konstanz beweisen auf dem hohen Niveau, das die Mannschaft in Lyon abgerufen hat. Das immer spannende Duell gegen den TV Rottenburg am Samstag in der Arena Kreis Düren ist eine Gelegenheit dafür. Oder das Europapokal-Achtelfinale, in dem Düren auf Jihostroj Ceske Budejovice (Budweis) aus Tschechien trifft. Das Hinspiel ist am 2. Dezember in der Arena.

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