Powervolleys: Abhaken und nach vorne blicken

Von: sis
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„Starke Teamplayer“ und dennoch am Boden: Die Enttäuschung nach dem Pokal-Aus war groß. Foto: Guido Jansen

Düren. Der Kapitän des Volleyball-Bundesligisten Powervolleys Düren fällt noch Wochen aus: Jaromir Zachrich hat am Sonntag beim Pokal-Aus in Lüneburg entweder einen Muskelfaserriss oder einen Muskelbündelriss in der linken Wade erlitten: „Ich wollte zum Angriff hochspringen, da spürte ich ein Reißen.“ Für Zachrich war das Spiel zu Ende, der Albtraum ging aber weiter.

Und er dauert an: „Ich bin einfach noch zu enttäuscht, um die Niederlage im Pokal-Halbfinale analysieren zu können“, sagte der Mittelblocker am Montag. „Fest steht: Die SVG Lüneburg hat extrem gut gespielt, hat sich in einen Rausch gesteigert und für uns wurde es immer schwerer, dagegenzuhalten.“

Den Siegern fielen die Worte natürlich leichter. Trainer Stefan Hübner, der zwei Jahre für Düren spielte, befand: „Das ist ein großartiger Abend. Die Chance nach Halle zu fahren, ist für die Spieler vielleicht eine einmalige. Wir genießen jetzt den Erfolg und bereiten uns dann auf das wichtige Ligaspiel gegen Herrsching vor.“ Und Jannik Pörner, der Diagonalangreifer, jubelte: „Das ist der absolute Wahnsinn. Ich hatte es nicht für möglich gehalten und hoffe nun, dass uns ganz Lüneburg nach Halle begleitet.“

Rund 450 Kilometer südwestlich herrschte hingegen Tristesse. Kaum einer hatte mit einer Niederlage im Halbfinale gerechnet. Und deshalb sagt Dürens Coach Michael Mücke: „Ich kann die Enttäuschung über den verpassten Finaleinzug verstehen, den Schmerz fühlen. Es tut mir leid für alle.“ Aber, sagte der Trainer weiter, „wir waren hoch motiviert und haben alles gegeben.“An diesem Sonntagabend aber reichte es nicht: „Wir sind in einigen Spielelementen zusammengebrochen“, stellte Zachrich fest, der Druck sei dagegen nicht das Problem gewesen.

Auf der Suche nach einer Antwort für die Niederlage befand sich am gestrigen Tag auch Michael Mücke: „Ich habe noch keine gefunden, warum wir das Spiel trotz guten Starts verloren haben.“

Warum der entscheidende Abschnitt vergeigt wurde, liegt für Mücke dagegen auf der Hand: „Wir haben es nicht geschafft, den Schwung des deutlich gewonnenen vierten Satzes mit in den Tiebreak zu nehmen, weil wir direkt 1:3 und 3:6 in Rückstand geraten sind.“ So war es auch Lüneburgs niederländischer Meister Tijmen Laane, der mit seinen wuchtigen Aufschlägen Dürens Annahme – der Kanadier Steven Hunt hatte große Probleme – zu stark unter Druck setzte und sowohl im dritten Satz als eben auch zu Beginn des Tiebreaks sein Team in Vorteil brachte.

Was folgte, waren Fehler über Fehler: Düren leistete sich sieben im Tiebreak, der Gastgeber nur zwei. Wie verunsichert die Rheinländer wirkten, zeigte sich auch bei Blair Bann: Dem sonst so souveränen Libero versprang eine Annahme in die Zuschauerränge.

Dürens Volleyballer dürfen sich bis zum ersten Training am Freitag mit dem Pokal-Aus beschäftigen. Ab dann gilt, so Mücke: „Abhaken, nach vorne blicken.“

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